Ben Ivory (Quelle: dpa)

- Ben Ivory

Der Berliner Sänger Ben Ivory entdeckte mit sechs Jahren seine Liebe zur Musik und hat sich auf den steinigen Weg gemacht, der in die internationalen Charts führen soll. Seinen ersten großen Auftritt hatte er dieses Jahr beim Vorentscheid zum Eurovision Song Contest. Jetzt erscheint sein Debütalbum.

Ben Ivory in seinem Kiez im Friedrichshain: Ein schüchterner, blasser Typ mit Sommersprossen - und mit 30 auch nicht mehr ganz jung. Und doch will er ein Popstar werden. Die richtige Einstellung hat er schon.

Ben Ivory, Sänger

"Also, in aller erster Linie stehe ich immer nur auf einer Seite, und zwar auf meiner eigenen."

Ben wuchs in einer Künstlerfamilie in Ost-Berlin auf. Seine Großmutter war Pianistin, seine Mutter liebte das Theater und die Malerei. Bens Vater tingelte als Gitarrist einer Band durch die DDR. Musik ist Familientradition.

Ben Ivory, Sänger
"Meine Mama hat schon die Rock-Schallplatten aufgedreht und die Kopfhörer auf den Babybauch gepackt
. Ich war ein absolutes Wunschkind und meine Mama wusste auch, dass ich ein Junge werde und ich glaube, sie hat da auch ein bisschen drauf spekuliert, dass ich in die Fußstapfen von meinem Papa trete und Musiker werde."

Doch leben konnte Papa Ivory von seiner Musik nicht. Nebenbei arbeitete er im Friedrichstadt-Palast. Hier verbrachte Ben als Kind viel Zeit, war fasziniert von der riesigen, bunt inszenierten Fantasiewelt.

Ben Ivory, Sänger
"Es war schon immer so ein Reiz, vielleicht mal so berühmt zu sein, dass der Friedrichstadt-Palast mal sagt: 'Komm Ben, machen wir die Ben-Ivory-Revue.' Mal guck'n..."

Anfang des Jahres trat Ben zum ersten Mal vor Millionenpublikum auf - beim Vorentscheid zum Eurovision Song Contest belegte er den siebten Platz. Die Unsicherheit war ihm anzusehen.

Ben Ivory, Sänger
"Ja, meine Bedenken waren einfach, dass der Schritt zu groß und zu schnell ist. Gerade mal zwei Wochen Proben und dann nicht nur für ein Konzert, sondern auch noch für das TV, wo drei Millionen Menschen zugucken, das macht es nicht entspannter."

Doch Ben schaut nach vorne. Sein erstes Album "Neon Cathedral" erhielt in den berühmten Hansa-Studios seinen letzten Schliff. Hier wird Ben ganz ehrfürchtig: Im Meistersaal hat bereits sein Idol David Bowie Platten aufgenommen.

Ben Ivorys Songs sind inspiriert vom Synthie-Pop der 80er Jahre. In seinen Videos setzt er sich perfekt in Szene. Früher, so sagt er, war er ein hässliches Entlein. Sein Selbstbewusstsein kam erst durch die Musik.

Ben Ivory, Sänger
"Ich bin jetzt nicht das Role-Model 'Mann'. Ich bin nicht 1.90, durchtrainiert, blond und blauäugig. Von daher habe ich viele Erfahrungen gemacht, wie es ist 'anders' zu sein und ausgegrenzt zu werden."


Heute nutzt er seine Musik, um anderen Mut zu machen, ihr "Anderssein" zu zelebrieren. Seine Song "The righteous ones" gilt schon als Schwulen-Hymne.

Von seinem Vater weiß er, dass das Leben als Musiker nicht leicht ist. Ben Ivory versucht es trotzdem. Das Zeug zum Popstar hat er jedenfalls.


Autorin: Hanna Stompe

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