-
David Bowies neues Album ist eine Hommage an seine wilden Berliner Jahre in den Siebzigern. Schauspielstudenten der Ernst-Busch-Schule huldigen Bowie jetzt mit einem Theaterabend im Kreuzberger Umspannwerk - einem "szenischen One-Night-Stand".
Szene aus "Heroes, where are we now?"
"Weißt Du was. Du hast echt Deinen eigenen Stil"
"Ja?"
"Ja, aber den finde ich echt Scheiße."
Wie schwer es ist in Berlin als Künstler zu überleben, davon erzählt "Heroes, where are we now". Die Schauspieler blicken dafür zurück auf die Zeit von David Bowie und Iggy Pop. Sie vergleichen die 70er Jahre in Berlin mit dem Lebensgefühl von heute
Anton Rubtsov, Schauspieler
"London, Paris sind abgespielt quasi und hier geht das los. Wie damals wahrscheinlich bei Bowie und Igggy und überhaupt. Weil es ja ständig in Bewegung ist, weil sich die Stadt immer neu findet."
Im Stück bricht ein junger Künstler auf in ein neues Leben. Er trifft David Bowie und Iggy Pop, die zu seinen Mentoren werden.
Szene aus "Heroes, where are we now?"
"Tu es aus Liebe, tu es aus Lust, mache kleine Fickerchen."
Aber schnell wird dem Neuankömmling klar, dass in Berlin niemand auf ihn gewartet hat und er beginnt an sich selbst zu zweifeln
Szene aus "Heroes, where are we now?"
"Mich ruft die Weltgeschichte. Es kommt darauf an, dass man die Wurst, die man brutzelt, am geilsten macht."
Maximilian und Anton sind Mitte 20 und studieren seit drei Jahren an der Schauspielschule Ernst Busch. Sie wissen was es heißt, sich als Künstler durchzuschlagen.
Maximilian Meyer-Bretschneider, Schauspieler
"Man wird schnell eingesogen sozusagen, man wird aber auch schnell einsam. Wo man an den sonnigsten Tagen zu Hause hängt und nichts tut. Und irgendwie so versackt. Weil das geht ganz schnell. Genauso schnell, wie Du dabei bist und mitrauscht, genauso schnell bist Du auch wieder gelähmt und alleine - und keiner merkt es, weil es einfach weiter rauscht."
David Bowie und Iggy Pop liebten das Rauschen der Stadt. Knapp drei Jahre wohnten sie in Schöneberg. Sie erlebten Drogensucht und Abstürze, aber auch großen kreativen Output.
Clara Stangier ist fasziniert von dieser Zeit. Sie studiert Medienmanagement an der Freien Universität Berlin und hat die Story zu "Heroes - where are we now" mitgeschrieben. Für sie ist Berlin damals wie heute ein hartes Pflaster für Kreative.
Clara Stangier, Co-Autorin
"Berlin ist auch ein wahnsinniges schwieriges Publikum einfach. gerade weil es so viel gibt und weil es so viele gute Sachen gibt. Und irgendwie Du jeden Abend fünf verschiedene Sachen oder weiß ich nicht wie viele verschiedene Sachen machen kannst. Dass Du einfach gut sein musst, damit Dich irgendwer wahrnimmt mit Deiner Kunst, mit dem, was Du machst. Weil für Scheiße gibt es hier keinen Applaus."
Der Held im Stück muss seine Dämonen öffentlich machen, um überhaupt bemerkt zu werden. So raten es ihm Iggy und Bowie.
Aber Maximilians und Antons Weg ist ein anderer. Sie haben sich schon auf großen Bühnen bewiesen und erste Engagements für die Zeit nach der Schauspielschule ergattern können. Das haben sie nicht durch einen ausschweifenden Lebensstil geschafft, sondern durch harte Arbeit.
Autor: Hendrik Schröder








