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Tipp 1: "Lebenswerke"
Tipp 2: "Unsere liebsten Brandenburger"
Tipp 3: "Potsdam as a mad stop"
In Berlin findet im September das Internationale Literaturfestival statt - in Potsdam Ende August das neue Festival "lit:potsdam". Herta Müller, David Wagner, Eugen Ruge und Taiye Selasi lesen dort - und auch die Schriftstellerin Julia Schoch.
Ein Heimspiel, denn Julia Schoch lebt seit mehr als zehn Jahren in Potsdam. Im vergangenen Jahr erschien ihr Roman "Selbstportrait mit Bonaparte", die eigenwillige Liebesgeschichte eines Paares, das die Leidenschaft für Roulette teilt.
Eigentlich wollte Julia Schoch Malerin werden, entschied sich dann aber für die Literatur. Doch die Liebe zur Bildenden Kunst ist geblieben. In der Ausstellung "Lebenswerke" schaut sich Julia Schoch Werke berühmter DDR-Bildhauer und Maler wie Werner Stötzer, Ronald Paris und Bernhard Heisig an - aus den ersten Schaffensjahren bis zum Spätwerk nach der Wende.
Julia Schoch, Schriftstellerin
"Mich hat interessiert, wie gehen solche Künstler, die inzwischen ja sehr alt sind, eigentlich mit Epochenbrüchen um, was ist denn eigentlich los mit denen, wenn 1989 zum Beispiel stattgefunden hat, was bleibt denn da übrig."
Julia Schoch, Schriftstellerin
"Und jetzt treffe ich noch einen netten Bekannten, Knut Elstermann, der auch auf der lit:Potsdam dabei sein wird."
Julia Schoch und Radio Eins-Filmkritiker Knut Elstermann teilen die Leidenschaft für Literatur. Brecht-Fan Knut Elstermann hat sich dessen Buckower Elegien ausgesucht, die er an einem ungewöhnlichen Ort lesen wird.
Julia Schoch, Schriftstellerin
"Was ist das für eine Gefühl, auf einem Floß zu lesen? Ist das ulkig, seltsam?"
Knut Elstermann, Radio Eins-Moderator
"Ich finde das eine wunderbare Idee. Ich lese ja Brechts Zyklus Buckower Elegien, und die handeln ja von der Nähe zur Natur, vom Wasser. Das war ja sein Sommersitz in Buckow, deshalb finde ich, passt das ganz wunderbar hier hin. Auch die Melancholie dieser Texte. Es ist also auch etwas wie seine Bilanz seines Lebenswerkes, auch ein Abgesang im gewissen Sinne, das Werk eines alternden Mannes."
Knut Elstermann, Moderator, Radio Eins-Moderator
"Ich sitze am Straßenrand.
Der Fahrer wechselt das Rad.
Ich bin nicht gern, wo ich herkomme.
Ich bin nicht gern, wo ich hinfahre.
Warum sehe ich den Radwechsel
Mit Ungeduld?"
Jetzt zeigt uns Julia Schoch noch moderne Kunst: Die Kollision zwischen Gartenzwerg und Statue ist ein Beispiel aus der Ausstellung "Potsdam as a mad stop". Der Künstler Pavel Schmidt kombiniert unterschiedlichste Gegenstände und gibt ihnen eine neue Bedeutung.
Julia Schoch, Schriftstellerin
"Ganz viel findet man von Dingen, die man eigentlich in Potsdam gewohnt ist: das Royale, das Erhabene, Skulpturen und so weiter. Und er hat eine Lust daran, das irgendwie zu brechen. Und es ist ja nicht das Schlechteste, wenn Kunst Ratlosigkeit auslöst, weil es dann meistens den Effekt hat, dass man dann noch einmal herumgeht."
Autorin: Katharina Wenzel










