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Sie ist nicht nur Musikerin, Model, Malerin, und Biomedizinerin, sondern auch Performance-Künstlerin: Simonne Jones. Im September eröffnet sie in der Berliner Platoon Gallery eine Ausstellung über die Geheimnisse des Universums.
Simonne Jones will den Dingen auf den Grund gehen, sie von allen Seiten beleuchten. Warum sind wir hier? Warum gibt es das Weltall?
Sie sucht ihre Antworten in der Wissenschaft, Kunst und Musik. Für Sie geht das nur hier, in Berlin.
Simonne Jones, Performance-Künstlerin
"In Berlin kann man einfach seine Sachen packen, in einen Park gehen und dort eine Skulptur bauen. Wenn man das in LA versucht, gibt es eine Anzeige. Das sind zwei verschiedene Welten. Hier hat man viele Freiheiten und wohnen ist günstig. Dadurch können Leute hier innovative, subkulturelle Sachen machen. Das geht nirgends sonst auf der Welt. Nur in Berlin."
Simonne Jones arbeitet gerade an ihrer ersten Ausstellung und versucht zusammenzubringen, was sie studiert hat: Biomedizin und Kunst.
Sie gestaltet interaktive Gemälde, die mit Mini-Computern verbunden sind. Jedem von ihnen liegt eine andere physikalische Idee zugrunde. Energieaustausch, Wärmelehre, Gravitation.
Simonne Jones, Performance-Künstlerin
"Das Bild, an dem ich gerade arbeite, repräsentiert das Konzept der Entropie. Das ist in der Physik das zweite Gesetz der Wärmelehre. Dahinter steht die Idee, dass Partikel im Universum von einem energiereichen zu einem energiearmen Zustand wechseln und sich verteilen. Das wird auch gerne Chaos und Unordnung genannt."
Auch wenn sie aussieht wie ein Model, sie ist doch ein ziemlicher Nerd. Die Wissenschaft lässt Simonne Jones auch in der Musik nicht los. Sie singt sogar über Anti-Materie, weiße Zwerge und Maschinen.
Auch sie passt in keine Schublade: die Elektromusikerin Peaches hat Simonne Jones in den USA kennengelernt und kurzerhand nach Berlin geholt. Das ist jetzt drei Jahre her. Seitdem unterstützt Peaches die 26-Jährige, auch in den letzten Monaten, als sie überall in Europa - in Kellern, Studios und Fluren - Songs für ihr erstes Album aufgenommen hat.
Kurz vor der Ausstellung testet Simonne Jones, ob das Gemälde so funktioniert, wie sie es sich gedacht hat.
Simonne Jones, Performance-Künstlerin
"In der Performance - gerade läuft ein Song, deshalb reagiert das Bild - da ist das Schlagzeug mit zwei Bildern, und mein Keyboard wird mit anderen Bildern verbunden. Irgendwann, sobald ich mich vom Keyboard wegbewege und die Bilder nicht aktiviere, schalten sich die Bilder aus. Wenn ich dann daran vorbeiläuft, reagieren sie auf meine Bewegung."
So programmiert, lassen sich die Bilder von ihr wie ein Lichtorchester dirigieren.
Während ihrer Ausstellung entsteht dann ein kleines Universum aus Bildern und Betrachtern, die gegenseitig aufeinander reagieren. Sie findet: wie Planeten in einer Galaxie.
Simonne Jones und ihre Kunst: versponnen, verrückt aber auch ein bisschen bewusstseinserweiternd.
Autorin: Vanessa Schneider










