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Max und Felix sind zwei junge, leidenschaftliche Berliner Köche, die durch die harte Schule der Spitzengastronomie gegangen sind. Danach sind sie acht Monate lang quer durch Asien gereist. Der Dokumentar-Film "Guerilla Köche" begleitet die beiden auf ihrer unterhaltsamen Reise, die sie in gastronomische Extremsituationen gebracht hat.
Wie weit muss man gehen für einen Traum?
Auf der Suche nach dem perfekten Rezept haben Max und Felix auf ihrer Reise alles probiert, was die asiatische Küche bietet. In Kambodscha gab es Tarantel.
Max Jensen und Felix Metzger, Köche
"Die Beine schmecken wie Salzstangen. Und der Körper, der schmeckt richtig schlecht. Aber er hat seine Spinnenphobie überwunden. Also, es ist heilend, wenn man Spinne ist. Nicht unbedingt kulinarisch, aber heilend war es, ja."
"Du bist nur so gut, wie das letzte Gericht, das du gekocht hast" ist ihr Motto. Es geht ihnen um Perfektion. Gelernt haben sie bei Berliner Sterneköchen, Max im Vau und Felix im Margaux. Beide sind Mitte Zwanzig, kochen aber schon fast 10 Jahre. Dabei wollten sie als Kinder was ganz anderes machen:
Felix Metzger, Koch
"Ich wollte erst Astronaut werden und dann hat halt Essen immer viel Spaß gemacht, zuhause wurde viel gekocht, und dann hatte ich ein Berufspraktikum in der Schule damals, in der achten Klasse, und dann habe ich überlegt in die Küche zu gehen und gemerkt, das ist cool. Das macht mir Spaß. War eine roughe Welt, war so eine Männerwelt, da wurde rumgeflucht, dreckige Witze gemacht, das waren wilde Typen irgendwie und am Ende kommt aber was ganz Philigranes bei raus."
Felix und Max teilen den Traum von einem eigenen Spitzenrestaurant - und haben dafür einiges auf sich genommen. Jobs gekündigt, Freundin verabschiedet und los nach Asien, wo es für sie die krasseste Küche gibt. Tempel, Dschungel und andere Sehenswürdigkeiten bleiben links liegen - spannender sind die Märkte.
Max Jensen und Felix Metzger, Köche
"Das ist Wahnsinn, das ist so cool, sieht so schön aus, echt eine Freude."
Schließlich haben sie eine Mission: So viel ausprobieren wie möglich. In Vietnam: Kobrablut.
Felix Metzger und Max Jensen, Köche
"Ja, wir machen viel dafür, um zu erreichen, was wir uns vorstellen. Immer an die Grenze in jedem Fall – und darüber hinaus."
"„Aber man weiß ja manchmal nicht, wo die ist."
Acht Monate reisen sie durch acht asiatische Länder. Wo immer sie das Gefühl hatten, etwas lernen zu können, fragen sie einfach, ob sie mitarbeiten können - wie in dieser Straßenküche in Bangkok.
Felix Metzger und Max Jensen, Köche
"Das war auf jeden Fall der heißeste Arbeitstag meines ganzen Lebens."
Ein Team hat sie begleitet, zugesehen, was sie erleben, wie hier in einem Spitzenrestaurant in Singapur. 12 bis 16 Stunden in der Küche, Stress pur, ohne Bezahlung, aus reinem Wissensdurst.
Max Jensen, Koch
"Das ist auf jeden Fall der Beweggrund auch weswegen man in so einer Michelin-Sterneküche arbeiten will. Natürlich, weil man sich dann beruflich weiterbildet. Aber es ist schon so diese 14 Stunden Arbeiten, zehn, 12 Leute in der Küche, so. Das ist halt wie bei einer Fußballmannschaft, da entsteht ein gutes Gefühl."
Sie sind wieder zurück in Berlin. Für den Traum vom eigenen Restaurant fehlt noch das Geld. Deshalb haben sie erst einmal einen Cateringservice aufgemacht. "Berlin Cuisine" nennen sie ihren Stil, der wild alles mischt, was sie in Berlin und Asien gelernt haben.
Felix Metzger und Max Jensen, Köche
"Wenn man den Salat isst, ist man in jedem Fall gut drauf."
"„Du kannst gerne mal probieren."
Felix Metzger und Max Jensen, Köche
"Asien hat uns den Horizont geöffnet. Wir machen einfach das, was wir wollen und entwickeln unser eigenes Ding, und das hat die Reise gebracht. Ich will nicht sagen Angst, aber..."
"Doch, es hat uns die Angst genommen."
"Einfach so eine Blockade im Kopf gelöst, dass man Sachen nicht machen kann, Sachen nicht kombinieren kann."
Rezepte? Können schließlich umgeschrieben werden. Und Grenzen? Kann man überwinden - nicht nur in der Küche.
Autorin: Vanessa Loewel








