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Ob ehemalige Brauerei, Heizkraftwerke, Kirchen, Kühlhäuser oder Krematorien: Berlin bietet eine Vielzahl einzigartiger Orte, in denen Kunst und Kultur Einzug halten. Stilbruch stellt die neuesten vor.
Ein Krematorium als Kunstort? Vor zehn Jahren wurde das Krematorium im Wedding stillgelegt und nun sollen hier Galerien, Projekträume und viele Kreative einziehen. Fast überall wird noch gebaut, nur die Westhalle am hinteren Ende des Geländes ist schon fertig.
Autorin
"Es riecht noch ganz schön nach Farbe und ist ehrlich gesagt auch ganz schön kalt."
Autorin
"Wie kommt man denn auf so eine Immobilie. Findet man das im Internet oder wo haben sie das her?"
Patrick Ebensperger, Galerist
"Ja tatsächlich, das war ein Zufall, weil ich an einem Flughafen sitze und Zeit hatte und da auf einer dieser Portale schaue, was ich sonst nicht tue."
Wo früher Trauerfeiern abgehalten wurden, ist nun Patrick Ebensperger mit seiner Galerie eingezogen.
Welche Objekte, welche Künstler passen hierher? Der Galerist hat lange überlegt. Manche Arbeiten sind sogar extra für diesen Raum geschaffen worden - wie das Mondbild von Antje Majewski.
Autorin
"Und was ist das hier?"
Patrick Ebensperger, Galerist
"Das war das Hydrauliksystem für den Sarg, der sogenannten Sarglift."
Hat man denn Berührungsängste bei so einem Gebäude, wenn ich jetzt höre, hier wurden die Särge runtergelassen.
Patrick Ebensperger, Galerist
"Die ersten 20 Minuten bin ich allein durch das Gebäude gegangen und musste prüfen, ist das kompatibel mit dem ehemaligen Verwendungszweck, komme ich da drüber?"
Vom Krematorium geht es in eine Kirche nach Kreuzberg: St. Agnes. In den 60ern gebaut, 2005 aufgegeben. Nicht nur im Kirchenschiff, auch im angrenzenden Gemeindehaus ist jetzt Kunst zu sehen. Das Konzept: Künstler in allen Facetten kennenlernen.
Die beiden Däninnen Rhea Dall und Kristin Siegell zeigen Arbeiten des Iren Gerard Byrne - und zwar jeden Monat unterschiedliche und das über ein halbes Jahr. Nach langem Suchen haben sie das Gemeindehaus entdeckt.
Kristin Siegell, Kuratorin
"Wir wollten einen Ort mit internationalem Standard – also keinen dieser Berliner Projekträume..."
Unten Videos, oben Malerei - der erste Teil einer dreiteiligen Ausstellung der deutschen Malerin Jutta Köther. Auch hier ist Abwechslung Programm: Rhea und Kristin tauschen manches Bild täglich, damit die Besucher die zentrale Installation immer anders wahrnehmen können.
Von Kreuzberg geht es nach Neukölln, zur ehemaligen Kindl-Brauerei. Über 100 Jahre lang wurde hier Bier gebraut, nun soll es ein Zentrum für zeitgenössische Kunst werden.
Valeska Schneider führt uns durch die imposanten Räume. Ab September 2014 werden deutsche und internationale Künstler zu sehen sein.
Im Sudhaus gärte früher die Maische. Hier riecht es total süßlich nach Bier.
Valeska Schneider, Kuratorin
"Das ist auch so, wir haben im Keller eine Privatbrauerei, die Rollbergbrauer, die immer noch brauen."
Kommende Woche wird das Sudhaus des Kindl für einen Abend öffnen - das Ensemble "Les femmes savantes" bringt die Kessel zum Klingen.
Einer von drei spannenden Kunstorten, die es so wohl nur in Berlin gibt.
Autorin: Anna Bilger








