Modedesignerin Claudia Skoda in ihrem Berliner Geschäft (Quelle: imago/Caro Berlin)

- Claudia Skoda

Die Berliner Modemacherin Claudia Skoda ist Avantgarde: Sie hat Strickmode unverschämt sexy gemacht, Berliner Szenegrößen und Stars wie David Bowie, Cate Blanchett oder Milla Jovovich bestrickt. Jetzt feiert ihr Label 40. Geburtstag. (Das Video zum Beitrag liegt aus lizenzrechtlichen Gründen nicht vor.)

Claudia Skoda entwirft seit mehr als 40 Jahren Kleider. Begonnen hat sie, als in Berlin noch keine Fashion-Weeks gefeiert wurden. Sie entwirft tragbarer Haute Couture, die sie in avantgardistische Mode-Performances vorstellt. Jetzt feiert die Pionierin der deutschen Modeszene ihr Jubiläum. Für die Mode hat sie alles aufgegeben.

Claudia Skoda, Modedesignerin
"Ich habe im Bereich Verlag gearbeitet - Literatur, Literaturkritik - und bin dann eines Tages nie wieder zur Arbeit gegangen und habe dann erst mal versucht zu überleben, dass ich Kleidung mache, für meine Freunde."

In den 70er Jahren lebt Claudia Skoda in Kreuzberg in einer WG. Ein Treffpunkt für viele Künstler, wie den damals noch unbekannten Maler Martin Kippenberger. Er gestaltet ihr ein Kunstobjekt, einen Fußboden aus mehreren hundert Fotos, auf dem Claudia Skodas Models Strickmode zeigen. Damals strickt Claudia Skoda ihre Kreationen noch selbst.

Claudia Skoda, Modedesignerin
"Dadurch, dass ich mich darauf konzentriert habe, auf Strick, habe ich das auch als Herausforderung gesehen, da wirklich Sachen zu machen, die heute viele andere Designer, die gar nicht mehr wissen, dass sie entstanden sind, weil ich sie mir ausgedacht habe."


Zum Beispiel Leggings aus Wolle. Claudia Skoda entwirft sie bereits in den 70ern. Zehn Jahre später sind sie der letzte Schrei. Für ihre Entwürfe lässt sie sich von Kunst und Musik inspirieren. Pablo Picasso ist ein Vorbild. In einem Kurzfilm, den Martin Kippenberger 1977 dreht, erzählt sie ihm davon.

Das Strickmotiv könnte von Picasso stammen. Claudia Skoda nennt das Oberteil "Feuertrommelpullover". Ein Lieblingspullover von David Bowie, mit dem Claudia Skoda in den 70er in Berlin befreundet ist.

Claudia Skoda, Modedesignerin
"Das ist dieser Trommelfeuerpullover, den hat er sich sofort gekauft, den fand er toll, aber er war nicht der erste, das war so ein richtiger Kultpullover."

1980 trägt Bowie in seinem Videoclip "Ashes to Ashes" eine Hose von ihr. David Bowie hat Claudia Skoda auch als Performancekünstler sehr beeinflusst.

Als Berlin 1988 Kulturhauptstadt Europas wird, entwickelt Claudia Skoda eine neue Show und nennt sie "Dressater". Das ist eine Mischung aus Kunst, Performance, Mode und Musikclip auf dem Laufsteg.

Claudia Skoda, Modedesignerin
"So naiv wie man damals war, dachte ich dann, mein ganzes Leben mache ich dann nur noch Dressater. Und dann fiel die Mauer, dann war es aus mit Dressater, und dann wollte ich kurz davor, habe immer überlegt: New York oder nicht. Und ich habe entschieden, in Berlin, und Berlinerin bin ich nun mal, und ein Statement machen."


Claudia Skoda hat sich nie großen Konzernen unterworfen, immer war sie nur mit ihrem Team erfolgreich. Dadurch hat sie einen ganz eigenwilligen Stil entwickelt. Fast jedes Kleidungsstück von Claudia Skoda aus den letzten 40 Jahren könnte man heute noch tragen. Was damals Avantgarde war, ist heute ein Klassiker.


Autorin: Margarete Kreuzer

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