- Kulturtipps mit Stephan Reich

Tipp 1: "Henrik Spohler - The Third Day"
Tipp 2: Lettrétage
Tipp 3: Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité

"Open Mike" hat sich zum wichtigsten Literatur-Nachwuchswettbewerb im deutschsprachigen Raum entwickelt. Viele bekannte Autoren wie Karen Duve, Julia Franck oder die diesjährige Buchpreisgewinnerin Terézia Mora haben ihre Karriere beim "open mike" gestartet. 15 Minuten hat jeder Autor ab morgen abend im Heimathafen Neukölln Zeit, die Jury zu überzeugen.

Nominiert ist diesmal auch Stephan Reich. Der Lyriker lebt seit ein paar Jahren in Berlin. Er ist auch Redakteur bei der Literatur- und Fotografiezeitschrift "Still". Demnächst erscheint sein erster Gedichtband.

Stephan Reich interessiert sich schon immer für Fotografie. In der Alfred Erhardt Stiftung in Mitte besucht er die Ausstellung von Henrik Spohler. Der Fotograf ist für den Lyriker eine Entdeckung: Die Bilder dokumentieren die industrielle Herstellung von Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Tomaten.

Henrik Spohler zeigt in seinen Fotografien künstliche Pflanzenwelten, Züchtungen mit Hilfe von Gentechnik, die unseren Planeten verändern werden. Auf Stephan Reich wirken sie futuristisch und befremdlich.

Stephan Reich, Lyriker
"Das sind  sehr kraftvolle Fotografien von Henrik, die einen fast unheimlichen Blick bieten, erinnert oft an Mondlandschaften, hat ein bisschen an Science Fiction-Ästhetik und ist lohnenswert für alle, die sich für Fotografie interessieren."

In der Lettretage in Kreuzberg besucht Stephan Reich seinen Dichterfreund Jan Skudlarek. Das Literaturhaus bietet vor allem noch nicht etablierten Künstlern eine Bühne. Jan Skudlarek liest zur Probe aus seinem neuen Gedichtband.

Stephan Reich, Lyriker
"Die Lettrètage ist ein Ort, an dem ich mich sehr wohlfühle, viele interessante Lesungen, junge Literatur, die hier stattfindet, ein engagiertes, nettes Team, eine nette Atmosphäre. Ein absoluter Tip für alle, die Lust und Spaß an Literatur haben."


Das Medizinhistorische Museum der Charité zeigt Exponate aus 200 Jahren Medizingeschichte. Stephan Reich wollte früher einmal Arzt werden. Ihn fasziniert die Anatomie des menschlichen Körpers und besonders seine Krankheiten. Hier recherchierte er für seinen ersten Gedichtband.

Stephan Reich, Lyriker
"Medizin ist eine Thematik, die mich immer schon angezogen hat. Hier kann man sehr genau sehen, warum der Mensch funktioniert, wie er nicht mehr funktioniert, und das ist eine Sache, die auf den künstlerischen Prozess bei mir einen großen Einfluss hat."


Autorin: Margarete Kreuzer

weitere Themen der Sendung

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Als die Mauer fällt, steht Sabine Michel und ihren Freundinnen auf einmal scheinbar die ganze Welt offen. In ihrem Dokumentarfilm "Zonenmädchen" will die Regisseurin 22 Jahre später herausfinden, wie viel DDR noch immer in ihrer Generation steckt.

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Während die Band "Ich und Ich" erst mal wie angekündigt eine Pause einlegen, geht Band-Mitglied Adel Tawil eigene Wege. Jetzt erscheint das erste Solo-Album des Berliners mit dem simplen Titel "Lieder", worauf er sich mit seinem Aufstieg vom Migrantenkind zum Deutsch-Popstar beschäftigt.

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Der Berliner Ullstein Verlag war einst das größte Verlagshaus Europas, gegründet von Leopold Ullstein. Sein jüngster Sohn Hermann ging nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten nach Amerika ins Exil. Dort schrieb er ein Buch über Aufstieg und Fall des Hauses Ullstein. Erst jetzt wurde das Buch ins Deutsche übersetzt. (Das Video zum Beitrag liegt aus lizenzrechtlichen Gründen nicht vor.)

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Die Berliner Theatermacherin Shermin Langhoff ist neue Intendantin des Maxim-Gorki-Theaters in Berlin. Sie steht für junges und multikulturelles Theater - bislang nicht gerade Schwerpunkt des Gorki. Jetzt beginnt dort die neue Spielzeit.