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Was ist der Soundtrack von Berlin? Elf Berliner Musiker und Bands widmen ihrer Stadt jetzt elf neue Lokalhymnen. Mit dabei sind Lokalmatadore wie PR Kantate oder Jeans Team, die versuchen, das Berliner Lebensgefühl in Musik zu fassen.
Elf Bands - eine Mission: Mit ihren Lokalhymnen wollen die Künstler Berlin ein musikalisches Denkmal setzen. Ihre Songs handeln von Touris, Hipstern, durchzechten Nächten und ersten Dates.
Dabei ist auch Musiker P.R. Kantate. Seinen Hit "Görli, Görli" von 2003 hat er für die Lokalhymnen neu aufgelegt. Die Beats sind elektronischer, den Text hat er überarbeitet. Nur der Refrain ist der alte.
PR Kantate, Musiker
"Eine gute Lokalhymne, die muss auf jeden Fall hängen bleiben im Ohr, die muss natürlich Ohrwurm-Qualitäten haben, der Text muss die Hass-Liebe zu dieser Stadt irgendwie widerspiegeln und der Text muss irgendeinen neuen Dreh drin haben, eine Betrachtungsweise auf die Stadt, die es so vorher noch nicht gab."
Und der Song muss idealerweise ein Gemeinschaftsgefühl wecken. Deswegen kann jeder mitmachen und selbst gedrehte Clips einschicken, aus denen dann die Musikvideos der Lokalhymnen entstehen. Die Fans der Band "The Toten Crackhuren im Kofferraum" haben sich von Titel der Lokalhymne "Last Unicorn" - also "Das letzte Einhorn" - zu einem trashigen Kurzfilm inspirieren lassen.
Andere Fans schicken Landschaftsaufnahmen oder Bilder ihrer Kinder. Jeans Team hat sich einen Tanz ausgedacht und die Fans gebeten, die Bewegungen nachzumachen. "Joachim in Bonn" ist eine nicht ganz ernst gemeinte Hommage an diejenigen, die Berlin in Richtung Provinz verlassen haben.
Franz Schütte, Jeans Team
"Joachim in Bonn ist auf jeden Fall so ein richtiger Partykracher, und das sollte eigentlich anstecken. Ich weiß nicht, Musik, die eine Aura hat: das ist jetzt meine ganz spezielle Musik und ich bin hier der Dr. Wichtig, der die Knöpfen dreht, liegt uns irgendwie fern."
Reimo Herfort, Jeans Team
"Ja, auch Leute, die vielleicht einen normalen Job haben und nicht so viel coole Sachen machen wie wir, die müssen auch die Möglichkeit haben ihr Zeug rauszulassen."
Auch die 26-jährige Judith Bruch, Jeans Team-Fan der ersten Stunde, macht mit beim kollektiven Fan-Tanz. Für sie ist "Joachim in Bonn" trotz rheinischem Lokalkolorits eine perfekte Berlin-Hymne.
Judith Bruch, Jeans Team-Fan
"Das ist ein bestimmtes Berlin-Gefühl, was ich mit der Stadt verbinde, und was, glaube ich, viele hier auch haben ist, dass man in dieser Stadt alles nicht so ernst nimmt und darüber lachen kann und einfach ein bisschen ironisch an den Alltag herangeht."
Alltag in Berlin - wie vielfältig der aussehen kann, zeigen die Künstler mit ihren Lokalhymnen und den passenden Videos.
Autorin: Kathrin Schwiering







