- Kulturtipps mit Edward B. Gordon

Tipp 1: "Im Augenblick"
Tipp 2: Artbook Berlin
Tipp 3: E.T.A. Hoffmann-Skulptur

Vor sieben Jahren hat er damit angefangen: Jeden Tag malt der Berliner Künstler Edward B. Gordon ein Bild.

Täglich hält er einen Moment fest, der ihm in der Stadt begegnet. Eine Beobachtung, einen Augenblick Berlin. Die Tagesbilder versteigert er in seinem Blog. In der Galerie Naimah Schütter in Berlin-Mitte sind seine Arbeiten derzeit zu sehen.

Ähnlich wie Edward B. Gordon als Maler, hat der Fotograf Fred Stein Augenblicke eingefangen, Momentaufnahmen. 1933 flieht Fred Stein vor den Nationalsozialisten von Dresden nach Paris. Und später nach New York. Dort macht er sein Hobby, das Fotografieren zum Beruf: Stadtszenen und Portraits. Das Jüdische Museum zeigt die erste umfassende Retrospektive seines Werks.

Edward B. Gordon, Maler
"Ich bin ein bisschen neidisch auf den Mann. Der hatte einfach ganz tolle Umgebungen, wo der arbeiten konnte. Da geht es nicht nur um ein hässliches, verformtes grünes Auto, das an die Form eines Joghurtbechers erinnert, sondern einfach sehr schöne Formsprache."

Das Buch als Kunstwerk. Edward B. Gordon besucht die Buchkünstler Cornelius Braendle und Hanneke van der Hoeven in ihrer Siebdruckwerkstatt. Sie zeigen ihm die Bandbreite der Buchkunst: Linolschnitte, Holzdrucke, Radierungen und liebevoll Handgemaltes.

Edward B. Gordon, Maler

"Das finde ich sehr schön, sehr charmant, dass man sagt: Unikat. Oder fast: heute gibt es alles kistenweise."


Diese und andere Schätze gibt es am Wochenende bei der Kunstbuchmesse "Artbook". Die Besucher dürfen nicht nur schauen, sondern auch blättern und anfassen, so viel sie wollen.

Zum Schluss nimmt uns Edward B. Gordon noch mit an seinen Ort in Berlin: Die unscheinbare E.T.A.-Hoffmann-Skulptur am Gendarmenmarkt der Bildhauerin Carin Kreuzberg. Es ist nur eine Replik, das Original steht woanders. Und Edward B. Gordon findet die Skulptur nicht mal besonders schön. Aber sie erinnert den Berlin-Chronisten an ihn selbst.

Edward B. Gordon, Maler
"Es ist so auch jemand, der das beobachtet, der nicht so ganz Teil des Ganzen ist, aber doch permanent beobachtet, alle Veränderungen über sich ergehen lässt. Und es ist auch fast metaphysisch mit der Schlange. Ich weiß nicht, was es bedeutet - hat bestimmt eine tiefere Bedeutung. Aber ich finde es sehr schön. Doch, es hat gewisse Parallelen, kann man sagen."


Das ist übrigens Edward B. Gordons Tagesbild nach seinem Kulturstreifzug. Die Autorin in der Fred Stein Ausstellung. In Öl.


Autorin: Patricia Corniciuc

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