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Eine der wichtigsten und prägendsten deutschen Verleger und Publizisten der Nachkriegszeit ist tot: Wolf Jobst Siedler ist am Mittwoch im Alter von 87 Jahren gestorben.
Er konnte seine Autoren in Verlegenheit bringen, weil er manchmal besser schrieb als sie. Ein Preuße aus Überzeugung, einer, der Berlin kritisieren konnte wie kein zweiter - aber trotzdem immer an der Stadt festhielt.
Wolf Jobst Siedler war ein "homme de lettre", ein Mann des Geistes. Verlegt hat er allerdings nicht die große Belletristik. Von der glaubte er, sie sei vergangen oder sie käme noch, und Kleist sei eigentlich der radikal Moderne.
Der Sohn eines kaiserlichen Diplomaten, der den Bildhauer Schadow und den Musiker Zelter in seiner Ahnenreihe wusste, hat das Geistesleben in Deutschland mit geprägt. Geboren in jener Stadt, von der er später einmal sagte, sie sei die Quelle seiner Kraft. In einem Reihenhaus in Berlin-Dahlem hat er von Kindsbeinen an bis ins hohe Alter gelebt.
Am Mittwoch ist Wolf Jobst Siedler nach langer Krankheit im Alter von 87 Jahren gestorben.










