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Tipp 1: "Wer(s) glaubt wird selig"
Tipp 2: "Rebecca Wilton"
Tipp 3: Buchstabenmuseum Berlin
Reicher? Sexyer? Berlin ist auf jeden Fall voller geworden. Das stellt der Schriftsteller David Wagner fest, der uns seine Kulturtipps vorstellt. Bekannt wurde er mit seinen Berlin-Feuilletons, die 2001 als Buch erschienen. Seitdem hat sich die Stadt so stark verändert, dass er sich an den Orten von damals noch einmal umgesehen hat. Herausgekommen ist dabei sein neues Buch "Mauer Park", mit dem er gerade durch die Stadt tourt.
Zur Adventszeit mag es auch David Wagner gerne besinnlich – auf die besondere Art. Er geht mit uns in die Sophiensäle, in denen gerade die theatrale Installation „Wer(s) glaubt, wird selig“ stattfindet. Anhand diverser Glücks- und Schutzbringer soll hier die Frage beantwortet werden, woran Agnostiker und Atheisten glauben.
David Wagner, Schriftsteller
"Die Künstlerinnen vom Labor für kontrafaktisches Denken haben hier eine wahnsinnige Arbeit gemacht und haben quasi wissenschaftlich diesen Bereich erforscht, den Atheismus oder: Wie der Mensch heute damit zurechtkommt, was darf ich noch glauben, was kann ich noch glauben?"
Braucht man einen tieferen Grund für seine Existenz? Hier sollen Weltbilder und Todesvorstellungen durcheinander geraten. Wo endet Wissen? Wann beginnt Glauben? Und woran glaubt David Wagner?
David Wagner, Schriftsteller
"Ich bin kein Atheist, bin aber auch nicht so religiös, wie das vielleicht früher mal gedacht war. Vor allen Dingen glaube ich an die Kunst."
Und zu diesem Zweck geht es in die Galerie Hempel in der Lindenstrasse.
David Wagner, Schriftsteller
"Wir gehen jetzt in Ausstellung von Rebecca Wilton, einer Fotografin, die in Leipzig studiert hat und die jetzt eine neue Ausstellung hier in Berlin hat."
In Rebecca Wiltons Fotografien geht es um historische Überlagerungen in Stadt und Land. In ihrer aktuellen Ausstellung "moderngothic" zeigt sie unter anderem, wie sich die Hochhaus-Architektur der frühen Jahre im Lauf der Zeit durch neue Nutzungen verändert hat.
David Wagner, Schriftsteller
"Mir gefallen besonders ihre Ruinenbilder und Bilder von Ruinen, die gar nicht mehr da sind. Wiesen, die freidlich aussehen, aber man weiss: Da waren einmal Herrenhäuser."
David Wagner, Schriftsteller
"Wir sind jetzt im Buchstabenmuseum. Es eröffnet neu. In meinem letzten Buch spaziere ich hier vorbei, schaue durch die Scheiben und frage mich: Wo habe ich diese Buchstaben schon einmal gesehen? Das kann ich jetzt hier erfahren."
Schon einmal gesehen haben kann sie David Wagner an Geschäften oder Betrieben, die geschlossen und deren Buchstaben für das Museum gerettet wurden. Stilgerecht werden sie jetzt in einer alten Kaufhalle präsentiert.
David Wagner, Schriftsteller
"Was ist denn jetzt neu an dem Museum, außer dem Ort?"
Barbara Dechant, Buchstabenmuseum
"Wir haben viele neue Buchstaben, die wir in der alten Ausstellung nicht gezeigt haben, unter anderem dieser rote Schriftzug, und endlich haben wir die Möglichkeit, die Schriftzüge aufzuhängen."
Schau an: Auch so lässt sich Berlin lesen.
Autor: Lutz Ehrlich







