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Tipp 1: "Potse 68"
Tipp 2: "Idealisten"
Tipp 3: "Salumeria Lamuri"
Esther Perbandt ist Mode-Designerin mit einem ausgeprägten Eigensinn - den habe sie von ihrem Vater geerbt, der Schäfer in Kladow war. Ihr Stil: androgyn, tragbar und vorwiegend schwarz. Zum 10-jährigen Jubiläum ihres Labels hat sie Großes vor und sich dafür von der dadaistischen Tänzerin Valeska Gert inspirieren lassen, ein in der Weimarer Republik skandalumwitterter Star.
Esther Perband neue Kollektion ist im Januar in einer großen Show-Inszenierung mit dem Titel "Grotesque" in der Volksbühne zu sehen, sogar Hollywood-Star Tilda Swinton ist geladen. Das Beste: Nicht nur Fachpublikum darf dabei sein, wie sonst bei der Fashion week üblich, sondern jeder, der mag.
Esther Perbandt nimmt uns mit in die Circle Culture Galerie. Eine Schnittstelle von Pop, Graffiti und Street Art. "Potse 68" heißt die Gruppenausstellung: auch Freunde von Esther sind dabei.
Der Künstler Jaybo etwa hat sie inspiriert: Bei ihm lösen sich die Körper auf, bis hin zu einer schmerzhaften Zerstückelung - auch Esther Perbandt dekonstruiert in ihren Mode-Entwürfen.
Ursprünglich in der Street Art zuhause, haben sich hier viele nun der bildenden Kunst verschrieben, wie der italienische Künstler Marco "Pho" Grassi.
Esther Perbandt, Mode-Designerin
"Mit dem habe ich bereits eine Kollektion zusammen entwickelt. Entwickelt heißt in dem Fall, dass wir seine Arbeiten genommen haben, digital auf Seide gedruckt haben, also ein Bild, das er speziell für mich gemalt, hergesellt hat, und ich habe das sozusagen in meine Arbeiten einfließen lassen."
Esther Perbandt, Mode-Designerin
"Ich gehe jetzt zu den Endproben von dem Stück 'Idealisten'. Wie der Name schon sagt, wahrscheinlich geht es um Idealismus. Ich bin gespannt, weil ich glaube, ich bin selber auch eine ziemlich große Idealistin, mal gucken."
Im HAU 1 hat die freie Theatergruppe "Schauplatz International" Narrenfreiheit auf der großen Bühne. Sie bauen gerade irgendein seltsames Gebilde, dass keinen Bestand haben wird.
Inspiriert von einem Buster-Keaton-Film, geht es um das Scheitern am eigenen Idealismus, um Produkte der Fantasie und Beharrlichkeit. Die Gruppe setzt sich stets mit Themen, nicht mit Stücken auseinander.
Esther Perbandt, Mode-Designerin
"Sie denken, haben was im Kopf und glauben daran, und das ist größer, als das, was sie vielleicht in der Realität umsetzen können und dieses Bühnenbild, nicht zu sprechen - ich glaube, sie versuchen eben in einer Metapher umzusetzen, diese Luftschlösser bauen, die dann nicht zu Stande kommen. Und da passiert irgendwie etwas sehr spannendes, man ist sozusagen neugierig: Schaffen sie es oder schaffen sie es nicht?"
Weiter geht es zur "Salumeria Lamuri" in Kreuzberg. Kreativität braucht auch eine Grundlage.
Das Wurstwarengeschäft lebt hauptsächlich vom Mittagstisch. Auf der Karte steht selbstgemachte Pasta. Vor Kurzem war hier noch ein Elektro-Händler drin, der die tollen Wandkacheln und Gemälde hinter Regalen versteckte - ein Schmuckstück mit großartigem Interieur, wie in Bella Italia.
Esther Perbandt, Mode Designerin
"Ich bin einfach ein sehr visueller Mensch, und dieser Ort ist sehr visuell, wunderschön gestaltet, hatte eine schöne Geschichte, und dazu bin ich gerne an Orten, die eine gute Energie haben. Und das ist hier so."
Autor: Sascha Hilpert







