- Kulturtipps mit Henrieke Ribbe

Tipp 1: Pete Corrie Tattoos
Tipp 2: Pindactia
Tipp 3: Gunter Reski - "Das Selbst ohne Ich"

Die Künstlerin Henrieke Ribbe stellt Ende Januar ihre neuesten Bilder aus - an einem Ort, den es eigentlich gar nicht mehr gibt: dem Kater Holzig. Der Club hat Anfang des Jahres geschlossen, weil er mal wieder umzieht - zurück auf die andere Seite der Spree.

Henrieke Ribbe hat für ihre Ausstellung die Mitarbeiter des Kater Holzig portraitiert, darunter auch die Menschen, die sonst im Nachtleben nicht im Rampenlicht stehen: Tellerwäscher oder Putzfrauen.

Seit zwei Jahren malt Henrieke Ribbe hauptsächlich Portraits, weil sie Gesichter für die spannendste Landschaft hält. Und weil sie bei der Arbeit den Kontakt mit den Menschen mag.

Kunst, die unter die Haut geht.

Henrieke Ribbe, Künstlerin

"Wir sind jetzt bei mir im Atelier, und ich habe mir Pete Corre eingeladen. Er ist ein mobiler Tätowierkünstkler, er tätowiert überall in Berlin. Was ich an seinen Tätowierungen besonders mag, ist, dass er einen ganz speziellen Style hat."

Der Proband ist Henrieke Ribbes Mann und für Pete Corre eine wandelnde Litfasssäule seiner Künste.

Die Tattoos des New Yorkers sind von Comiczeichnungen inspiriert und sehen oft aus wie eine Persiflage auf klassische Tatoo-Motive. Und wer die nicht für ewig auf der Haut tragen will: Es gibt sie auch auf T-Shirts gedruckt.

Henrieke Ribbe, Künstlerin
"Wir befinden uns jetzt an der Liebermann-Villa am Wannsee, einem meiner Lieblingsorte in Berlin. Ich bin ein großer Fan von Liebermanns Malereien. Besonders von seinen Gartenbildern, die hier entstanden sind."

Hier treffen wir jetzt Nadja Israel und Anke Geyer, die beiden sind Pindactica. Sie entwickeln Raylles und Wissenshefte für Kinder in Berlin.

Die beiden Frauen, Museumspädagogin und Grafikdesignerin, wollen mit ihren Heften Lernen zum Abenteuer machen. Es geht immer um einen speziellen Ort, der kindgerecht aufgearbeitet wird.

Nadja Israel, Museumspädagogin
"Wir gehen einfach ganz kreativ mit allem um, was uns vor die Flinte kommt."

Henrieke Ribbe, Künstlerin
"Also, die kindliche Neugier wecken?"
Nadja Israel, Museumspädagogin
"Ja, Neugier wecken, Fragen zu stellen."


Zum Beispiel, warum es auf den Gartenbildern Liebermanns zwar Blumen, aber keine Schaukel gibt.

Henrieke Ribbe, Künstlerin
"Wir gehen jetzt in die Galerie Zwinger in der Mansteinstrasse. Hier eröffnet morgen die Ausstellung von Gunter Reski. Er war mein Professor und Mentor, und an seinen Bildern interessiert mich besonders die Verbindung zwischen Farbe und Wort."


Henrieke Ribbe hat in Hamburg bei Gunter Reski studiert, mittlerweile ist er Professor in Offenbach. Seine Werke sind plakativ, aber nicht ohne feine Ironie, wie sein Galerist weiß.

Werner Müller, Galerist
"Ganz wunderbar sind auch die Sprachrätsel, die er entwirft. Manchmal ganz banal, wie zum Beispiel hier: Ich und du haben heute beide zu."


Autor: Lutz Ehrlich

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