-
Die Berliner Schauspielerin Liv Lisa Fries hatte ihre erste Filmrolle bereits mit 14 in dem Kinofilm "Elementarteilchen" - eigentlich. Denn am Ende tauchte sie dann doch nicht im Film auf, ihre Szene wurde herausgeschnitten. Danach ging es für sie aber Schlag auf Schlag. Jetzt ist die Nachwuchsschauspielerin in mehreren Filmen gleichzeitig zu erleben.
Gerade kommt Liv Lisa Fries aus München zurück, dort ist sie mit dem Bayerischen Filmpreis als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet worden.
Den Preis bekommt die 23-Jährige für ihre Darstellung einer todkranken jungen Frau, die ihrem Leben ein Ende setzen möchte.
Als ihr diese schwierige Rolle angeboten wird, zögert Liv Lisa Fries keine Sekunde. Monatelang bereitet sie sich intensiv darauf vor.
Liv Lisa Fries, Schauspielerin
"Ich mag das nicht, so viel Angst zu haben. Es ist jetzt nicht so, dass ich nicht auch Angst habe, ich hatte zum Beispiel speziell bei 'Und morgen Mittag bin ich tot' große Angst. Eben auch ein großes Verantwortungsgefühl, mehr als ich es sowieso schon habe. Ich versuche dann immer, diese Angst und diese Zweifel zu überwinden, indem ich mache. Wenn ich scheiter, dann scheiter ich, aber dann hab ich es wenigstens versucht."
Wenn Liv Lisa Fries erzählt, wirkt sie ernst, nachdenklich und auch kontrolliert. Zehn Jahre steht sie nun schon vor der Kamera. Ihre Liebe zum Film entdeckt sie als Kind in ihrem Lieblingskino in Berlin Pankow. Und schon bei ihren ersten Auftritten im Kindertheater spürt Liv Lisa Fries, wie befreit und glücklich sie sich auf der Bühne fühlt.
Liv Lisa Fries, Schauspielerin
"Ich war eher das Kind, das auf dem Spielplatz auf der Bank mit den Erwachsenen saß, ich wollte gar nicht in den Buddelkasten. Ich habe das Gefühl, dass ich jetzt das, was ich damals nicht gemacht habe, jetzt irgendwie mache."
Liv Lisa Fries liegen schwierige Rollen. In ihrem neuen Film "Staudamm" spielt sie eine traumatisierte Überlebende eines Amoklaufs.
Wer mit gerade einmal 23 Jahren so spielen kann, sorgt in der Filmbranche schnell für Aufsehen. Liv Lisa Fries freut sich über ihren Erfolg, aber sie möchte auch nicht zu früh festgelegt werden.
Schon vergleichen Regisseure ihr Talent mit dem des jungen Jürgen Vogel, Journalisten fragen sie nach ihren Karriereplänen und welchen nächsten großen Preis sie bekommen möchte.
Liv Lisa Fries, Schauspielerin
"Ich glaube, das Ding ist, dass ich mir selber schon genug Druck mache, ich mache mir selber schon genug Druck, und der von außen, der potenziert das manchmal."
Eigentlich ist sie nur eine junge Frau aus Berlin Pankow, die ihren Beruf gut machen möchte, sagt Liv Lisa Fries. Das klingt zwar nüchtern, ist aber genau die richtige Einstellung für einen Nachwuchsstar.
Autorin: Katharina Wenzel








