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Auf der Suche nach Bullerbü war die 19-jährige Alin Coen, als sich auf einer offenen Bühne in Schweden plötzlich ihr Talent zeigte: ihre wunderbare Stimme. Alin Coen singt sanft, melancholisch aber auch ziemlich kraftvoll von großen Gefühlen und großen Themen. 2007 gründete sie mit einigen Kommilitonen die Alin Coen Band, mittlerweile haben sie ihr zweites Album herausgebracht.
Was für eine Stimme. Sanft und rau, zerbrechlich und stark zugleich. Wer Alin Coen im "echten Leben" trifft, lernt eine zierliche Frau kennen. Fröhlich, unkompliziert und gar nicht introvertiert, wie es ihre Musik zunächst vermuten lässt.
Im letzten Sommer ist sie von Weimar nach Berlin gezogen - zum Probewohnen.
Alin Coen, Sängerin
"Ich mag sehr, sehr gerne, hier zu sein und mag viele Menschen, die hier drin sind in dieser Stadt. Gerade im Moment wohne ich tatsächlich nirgendwo, weil wir auf Tour sind, und davor war ich auf Reisen. Gerade im Moment fühle ich mich am meisten als Nomadin."
Zu Alin Coen gehören drei Musiker. Kennengelernt haben sie sich in Weimar, wo Alin Umwelttechnik studiert hat. Für alle Fälle, falls es mit der Musik nicht klappt.
Die vier sind eine eingeschworene Gemeinschaft, auch wenn Alin klar die Bandleaderin ist. Sie schreibt die Songtexte, die Musik entsteht gemeinsam.
Vor vier Jahren erscheint das erste Album, es folgen Fernsehauftritte, und die Konzerte werden immer größer.
Alin Coen, Sängerin
"Die ersten Konzerte habe ich noch alle selber organisiert, die erste Tour der Band, wir haben 2008 unsere erste Tour gespielt. Ich habe bei 150 Clubs angefragt, ob wir auftreten dürfen und habe von zehn die Rückmeldung bekommen, dass sie uns gerne da haben wollen. Da waren vielleicht so zwischen 12 und 80 Leute."
Dass Musik so ein wichtiger Teil ihres Lebens sein würde, hätte Alin Coen nie gedacht. Als sie mit der Schule fertig ist, beginnt sie ein Medizinstudium, bricht es ab, reist durch Indien, auf der Suche nach einem neuen Ziel. Sie geht nach Schweden, lebt einige Monate auf einem Bauernhof und beginnt eigene Musik zu schreiben. Beharrlich hat sie sich einen Weg gesucht, sich fest gebissen, wie sie sagt. Inzwischen ist Album Nummer Zwei erschienen.
Alin Coen, Sängerin
"Ich glaube, textlich ist da ein großer Unterschied zwischen dem ersten und dem zweiten Album, insofern als dass auf dem ersten Album überwiegend Themen, die mit zwischenmenschlichen Beziehungen zu tun haben, besprochen sind und auf dem neuen Album sind das Themen, die die Gesellschaft betreffen. Es ist also mehr ein Blick nach außen, in die Welt rein."
Zwei Lieder zu schreiben, stand früher mal auf der Liste ihrer Lebensziele. Das hat sie verwirklicht. Genauso wie den Wunsch, zu reisen. Für die Zukunft hat sie sich vorgenommen, in Europa aufzutreten. Alin Coen steckt sich realistische Ziele.
Alin Coen, Sängerin
"Ich bin manchmal ungeduldig, ich bin manchmal rechthaberisch und manchmal sogar zornig. Aber ich glaube, das ist alles etwas, je älter man wird, desto besser kriegt man das geregelt oder es regelt sich von alleine. Das ist auf jeden Fall eines meiner Ziele, die ich vielleicht dann doch noch habe. Eine große Gelassenheit irgendwann mal zu erreichen."
Ein Hintertürchen lässt sie sich offen. Vielleicht wird sie doch noch Ingenieurin. Falls es mit der Musik nicht mehr läuft. Es sieht nicht so aus, als ob das jemals eintrifft.
Autorin: Birgit Wolske







