- Yoko Ono

Yoko Ono war bereits vor ihrer Begegnung mit John Lennon eine eigenständige Künstlerin und Pionierin: Sie machte Performances, als es dieses Wort überhaupt noch nicht gab. Im Februar feiert Yoko Ono ihren 81. Geburtstag und bringt ein neues Buch heraus. Eine Sammmlung von Handlungsanweisungen, so poetisch wie absurd.

Yoko Ono hatte es nicht leicht, wurde oft verschmäht oder gar angefeindet. Im Buch "Acorn" hat sie Handlungsanweisungen fürs Leben aufgeschrieben - kleine, poetische Stücke.

Bettina Springer, Kuratorin
"Wir finden Yoko Ono toll, und wir sind von ihrer Arbeit immer inspiriert gewesen, und wir möchten das auch öffentlich zeigen, und wir sind daran interessiert ihre Arbeit aufzunehmen und auch weiterzugeben
."

Die Kuratorin Bettina Springer hatte die Idee zum Happening. "A Tribut to Acorn" ist eine Hommage an die Grande Dame der Performancekunst. Acht Berliner Künstler setzen Yoko Onos Handlungsanweisungen in ihren Werken um, zum Bespiel Eva Meyer-Keller. Ihr geht es um das "Gleichgewicht der Dinge".

Eva Meyer-Keller, Künstlerin
"Ich habe dann diese Scores, diese kleinen Anweisungen, gelesen und fühlte mich sofort inspiriert, nicht nur von einem, sondern gleich von mehreren und hat direkt Ideen und Assoziationen ausgelöst."

Die Sängerin Peaches nimmt diese Anweisung von Yoko Ono wörtlich. Mit wem sie sich streitet, bleibt ein Rätsel - ein Schattenboxen.

Auch den Schauspieler Lars Eidinger konnte Bettina Springer für ihr Happening gewinnen. Er wird live performen. Und zwar zu dieser Anweisung...

Lars Eidinger, Schauspieler
"Diese Schnittmenge zwischen Leben und Kunst, da kann ich ganz viel mit anfangen, auch so als Schauspieler ist es natürlich ein Bereich, den ich versuche auszuloten, wo ich merke, dass die Sehnsucht der Zuschauer und auch meine Sehnsucht nach dem Echten ist."

Die Sängerin Inga Humpe von der Band Zweiraumwohnung drehte ein Video zu Yoko Onos Piece  "Stadtstücke II". 

Die Wahrnehmung ein bisschen verändern, das inspiriert. Yoko Ono hat es mit ihren Anweisungen geschafft, das an die Berliner Künstler weiterzugeben - ihnen dabei zuzusehen, wie daraus Kunst entsteht, macht einfach Spaß.


Autorin: Margarete Kreuzer 

weitere Themen der Sendung

Film und Nationalsozialismus auf der Berlinale

George Clooney dominiert mit seinem Film "Monuments Men" die Plakatflächen am Potsdamer Platz, Volker Schlöndorff erzählt in "Diplomatie" von einem Nationalsozialisten, der Paris vor der Zerstörung rettet und im Dokumentarfilm "Der Anständige" öffnen wiederentdeckte Briefe Heinrich Himmlers einen Blick in sein Privatleben. Was macht den Nationalsozialismus für die Filmindustrie so attraktiv? Und geht es wirklich darum, die Verbrechen von damals zu verstehen?

Göran Gnaudschun: "Alexanderplatz"

Der Blick ist aufrecht und klar in die Kamera gerichtet. Würdevoll - so hat der Fotograf Göran Gnaudschun die jungen Obdachlosen vom Alexanderplatz ins Bild gesetzt. Denn die Würde macht für ihn das Menschsein aus, sagt er. Jetzt veröffentlicht der Potsdamer seine Bilder in einem Band mit dem Titel "Berlin Alexanderplatz" - und das Haus am Lützowplatz widmet ihm eine Ausstellung.

Hans Pischner

Der einstige Intendant der Staatsoper Unter den Linden wird 100 Jahre alt. Hans Pischner wuchs in der Weimarer Republik auf, war Leutnant der Deutschen Wehrmacht und wurde nach dem Krieg eine der einflussreichsten  Persönlichkeiten des DDR-Kulturbetriebs. Die Schuld, bei den Nationalsozialisten ein Mitläufer gewesen zu sein, plagt Hans Pischner bis heute, sein Wirken in der DDR nicht. Ein Jahrhundertleben zwischen Schuld und Verantwortung.

Alin Coen Band

Auf der Suche nach Bullerbü war die 19-jährige Alin Coen, als sich auf einer offenen Bühne in Schweden plötzlich ihr Talent zeigte: ihre wunderbare Stimme. Alin Coen singt sanft, melancholisch aber auch ziemlich kraftvoll von großen Gefühlen und großen Themen. 2007 gründete sie mit einigen Kommilitonen die Alin Coen Band, mittlerweile haben sie ihr zweites Album herausgebracht.