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In Bayreuth ist das Publikum regelmäßig aus dem Häuschen, wenn Klaus Florian Vogt die Wagnerhelden singt. Jetzt kann man den Tenor an der Deutschen Oper erleben - wo er mal nicht Wagner singt.
Er ist der ideale Heldentenor: Blonde Mähne, offener Blick aus blauen Augen – und eine Stimme! Hell und klar!
Klaus Florian Vogt, Tenor
"Singen ist für mich ein Lebenselixier. Wenn ich nicht singe, fehlt mir ganz viel, ich weiß zwar manchmal nicht, was es ist, dann übe ich und dann merke ich jetzt fühle ich mich wieder wohl"
Klaus Florian Vogt ist in jeder Hinsicht ein außergewöhnlicher Tenor. Wann immer es geht, steigt er in sein Sportflugzeug, fliegt zum nächsten Auftritt oder zur Familie nach Schleswig-Holstein. Er liebt das Unterwegssein, das Abenteuer. Die innere Unruhe, die er manchmal verspüre, sagt Klaus Florian Vogt, sei beim Fliegen wie weggeblasen.
Die Technik beherrschen und gleichzeitig ganz im Moment sein – fast ist Fliegen wie Singen. Viele Partien, sind kräftezehrend, oft steht er stundenlang auf der Bühne. Vor allem bei Wagner.
Lohengrin, das war sein großer Durchbruch. Vogt sprang kurzfristig bei den Bayreuther Festspielen ein – und wurde bejubelt. Seither hat er seine Paraderolle unzählige Male gesungen - in Bayreuth, Berlin und in der ganzen Welt.
Klaus Florian Vogt, Tenor
"Das sind ja traumhafte Partien, von den Figuren her, darf man Helden spielen. Man ist in manchen Situationen der Chef auf der Bühne. Und dazu kommt, dass es sängerisch eine riesen Herausforderung ist jedes Mal."
Zuhause ist Klaus Florian Vogt in Dittmarschen. Größer könnte der Kontrast zur Opern-Glamourwelt nicht sein. Er wächst in einer musikalischen Familie auf, lernt Horn und wird schließlich Musiker bei den Hamburger Philharmonikern. Als er bei einer Familienfeier ein Ständchen singt, entdeckt die Schwiegermutter sein Talent. Und meint: Der Junge hat eine schöne Stimme. Der muss was damit machen.
Mit 25 Jahren beginnt Klaus Florian Vogt seine Gesangsausbildung, gibt schließlich die sichere Stelle als Orchestermusiker auf – und stürzt sich in ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang.
Heute, sagt er, führe er das Leben, das er sich immer vorgestellt hat. Wenn er nicht fliegt, reist Klaus Florian Vogt zu seinen Engagements im Wohnmobil an.
Klaus Florian Vogt, Tenor
"Ich empfinde mein Leben, so wie ich es führe als Luxus. … Für mich ist eben der Luxus so wie ich es mache."
Gerade probt Klaus Florian Vogt an der Deutschen Oper in Berlin. Diesmal aber keinen Wagner. Sich zu sehr auf das Heldenfach festlegen lassen, will er nun auch nicht.
Diesmal also Hector Berlioz und seine selten gespielte Oper "Fausts Verdammnis". Für Klaus Florian Vogt ist die Rolle Neuland. Sein Faust ist ein melancholischer Held, unsicher und verführbar.
Nach der Probe steigt Klaus Florian Vogt wieder in seine Mooney. Er muss nach Dresden. Er wird rechtzeitig zurück sein – zur Premiere am Sonntag.
Autorin: Birgit Wolske







