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Seit 1980 ehrt der "Alternative Nobelpreis" Menschen und Organisationen, die herausragende Lösungen für die wichtigsten Probleme der Gegenwart entwickelt haben. Diese Menschen hat die Berliner Fotografin Katharina Mouratidi für ihre Serie "Bescheidene Helden" porträtiert. Die Bilder sind ab Februar im Willy-Brandt-Haus in Berlin zu sehen.
Wer sind die Menschen, die Veränderungen vorantreiben? Sind es Staatsoberhäupter, Vorstandsvorsitzende, Stars? Oder sind es vielleicht die, die sich bescheiden geben, im Hintergrund agieren? Stille, aber kompromisslose Helden? Sie verfolgen Anliegen - keine Karrieren - sie sind die Träger des alternativen Nobelpreises.
Die Berliner Fotografin Katharina Mouratidi möchte diese ungewöhnlichen Geschichten dieser Menschen erzählen, ihnen ein Gesicht geben. Seit zweieinhalb Jahren trifft sie die Nobelpreisträger.
Katharina Mouratidi, Fotografin
"Ich beschäftige mich als freischaffende Fotografin seit über 15 Jahren mit sozialen und politischen Bewegungen aus aller Welt deren Arbeit ich dokumentiere, fotgrafiere, begleite. Und so bin ich im Laufe der Jahre auf das Thema „Alternativer Nobelpreis“ gestoßen."
Der Nobelpreis, auch Right Livelihood Award genannt, wird seit 1980 in Stockholm vergeben, wie hier an den Architekten Nnimmo Bassey aus Nigeria. Er kämpft gegen die Ölverschmutzung im Niger Delta.
Katharina Mouratidi, Fotografin
"Die Tür ging auf Nnimmo Bassey kam rein und er sagte "No I am not gona set on that". Er war auch überhaupt nicht zu überzeugen mit der Begründung, dass er gesagt hat mit seiner Kultur in Afrika sind diese Stühle visuell noch so präsent und werden von Clanherrschern und lokalen Königen besetzt."
Katharina Mouratidi hat 40 der insgesamt 153 Preisträger aus 64 Ländern auf den Thron gesetzt, ist ihnen mit ihrem mobilen Studio hinterher gereist. Es sind Autoren, Pharmakologen, Initiatoren, Ärzte, die durch ihre Initiative auf Missstände in ihrem Land aufmerksam machen und Lösungen entwickelt haben. Manchmal unter Einsatz ihres Lebens.
Katharina Mouratirdi, Fotografin
"Sehr viele der Menschen, die ich portraitiert habe, waren schon inhaftiert, haben Folter durchlitten sind verfolgt in ihren Ländern, also haben persönlich ein schweres Leben. Meine Motivation war heraus zu finden, wer sind diese Menschen, warum tun sie dies, warum geben sie sich nicht mit einem ganz normalen Leben friedlich, gemütlich mit Familie zufrieden."
Katharina Mouratidi recherchierte zwei Jahre, knüpfte Kontakte und suchte eine Form diese Menschen zu würdigen. Dabei fand sie den roten Sessel, der für Macht, Prunk und Reichtum steht. Darauf setzt sie frech und provokativ die Menschen, um ihre Leistung hervorzuheben. "Ganz oft beginnen die Lebensläufe der Nobelpreisträgerinnen mit einer ganz kleinen Geschichte. Sie haben sich über etwas geärgert, sind selbst betroffen und beginnen sich zu engagieren",so Mouratidi.
Katharina Mouratidi, Fotografin
"Es ermutigt mich als Mensch Dinge in Angriff zu nehmen, die man sich sonst gar nicht traut, weil man denkt, ach das schafft man eh nicht - das ist nicht zu erreichen und so seh ich das Portrait und das Gegenüber und sehe, was diese Menschen alles nur mit den purem Willen und der Idee und eigenen Motivation angetrieben haben - das find ich schon sehr motivierend."
Katharina Mouratidi hat zwar das Projekt abgeschlossen, aber sie will weiter diesen Menschen eine Öffentlichkeit geben. Denn sie sind die wahren Helden.
Autorin: Yvonne von Kalinowsky







