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Selbst die Queen wollte sich von ihm porträtieren lassen: Thomas Struth ist einer der weltweit erfolgreichsten Fotografen – und einer der bestbezahlten. Ein Selbstporträt von ihm vor einem Dürergemälde brachte eine halbe Million Euro. Seit ein paar Jahren hat Thomas Struth ein Atelier in Berlin und jetzt zeigt er hier auch seine neuen Bilder.
Wie sehen Orte aus, wo Menschen an der Zukunft arbeiten? Orte, wo industrielle Innovation und wissenschaftlicher Fortschritt stattfinden? Orte, wo an der Zukunft geforscht wird?
Thomas Struth, Fotograf
"Der Effekt, den diese Plätze haben den spüren wir und der beeinflusst uns auf irgendeine Art und Weise , auf eine Art und Weise die den meisten Leute nicht begegnet und da ist es schon und da ist es ein Element von Türen öffnen wollen zu Plätzen, die sonst unsichtbar sind."
Thomas Struth sucht diese geheimen Orte auf und gibt Einsicht in eine uns verschlossenen Welt „Ich will in die Fabrik gehen und sehen, wie der Maschinenraum der Moderne aussieht“ sagt er. Thomas Struth will informieren, sucht das Spannungsfeld zwischen Mensch und Technik. Begonnen hat er mit kleinen schwarz-weiß Aufnahmen von Straßenzügen frühmorgens, menschenleer und ohne Verkehr. „Orte des Unbewussten“ nennt er diese Arbeiten. Das war Ende der 70ger Jahre.
Damals studiert er Malerei bei Gerhard Richter, findet aber mehr Interesse an der Fotografie und wird Schüler des bekannten Fotografenpaar Bernd und Hilla Becher. Struth ist Perfektionist, ein Mann mit geschultem Auge, der um Zentimeter feilscht.
Später Jahre beginnt er mit seinen Familienportraits. Väter, Mütter und Kinder lässt er so sitzen, wie sie wollen, nur in die Kamera müssen sie schauen. Er interessiert sich für ihre Geschichte, von wo sie kommen. Lange hat er sich mit Familienaufstellungen beschäftigt, mit Psychologen unterhalten bevor er das Projekt begonnen hat
Thomas Struth, Fotograf
"Verstrickung in die Familie, das ist was interessant ist was alle miteinander auf eine eindrückliche Weise miteinander teilen. Von da ist die ernsthafte Präsentation dieser familiären Verstrickungen in einem bestimmten Moment sehr spannend und gerechtfertigt."
Das Museum als Ort des Innehaltens für den gestressten Weltbürger. Jahrelang hat Struth in allen bedeutenden Museen der Welt Besucher fotografiert. Er wollte wissen: Wie reagieren die Menschen auf Kunst?
Vom Rhein an die Spree. Vor zwei Jahren ist Thomas Struth nach Berlin gezogen. Wegen seiner Frau - Düsseldorf war der Amerikanerin zu klein, zu miefig, zu wenig international und Struth suchte einen Wechsel. 45Jahre an einem Ort waren genug.
Thomas Struth, Fotograf
Nach Berlin zu kommen das war ein Befreiungsschlag, der mir nicht so leicht gefallen ist. Er wurde angestoßen durch meine Frau und dann sind wir hier her gezogen nach Berlin gezogen und ich habe es noch keine Sekunde bereut.
Wer die geheimen Räume der Wissenschaftler sehen möchte, sollte sich die Arbeiten von Thomas Struth ansehen.
Autorin: Yvonne von Kalinowsky







