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Der Sprung in die Solokarriere, den Christiane Karg letztes Jahr wagte, lässt sich gut an. In der Berliner Philharmonie steht die junge Sopranistin auf der Bühne, wo sie ihr Debüt bei den Berliner Philharmonikern mit Gustav Mahlers vierter Sinfonie gibt.
Christiane Karg schlendert gerne über die Friedrichstraße, wenn sie in Berlin ist. Wie jetzt für drei Konzerte in der Philharmonie.
Ihr "silberner" Sopran begeistert das Publikum, beschert ihr immer mehr Auftritte. Oper, Konzerte, Liederabende: Christiane Karg ist die meiste Zeit unterwegs.
Christiane Karg, Sopranistin
"Die Musik ist für mich alles. Oft hört man, hast Du denn nichts anderes. Aber ich habe viele andere Hobbies. Ich mache wirklich gerne und viel Sport, gehe gerne in die Natur raus, was ich wirklich brauche, um Kraft zu tanken. Da bin ich mehr denn je draußen in der Natur, wenn es geht am Wasser. Wasser ist für mich ein ganz wichtiges Element. Aber diese Liebe, die ich habe, die ist so stark, dass da gar nicht so viel Platz für andere Dinge ist."
Chaotisch sei sie, sagt Christiane Karg von sich selbst. Doch mit Bedacht ist sie ihren Weg gegangen. Ausbildung am Salzburger Mozarteum, danach Hamburger Opernstudio, Verona. Dann ein Engagement an der Frankfurter Oper.
Nach fünf Jahren geht Christiane Karg volles Risiko. Sie will frei sein, selbst entscheiden, was und wie sie singt.
Christiane Karg, Sopranistin
"Ich bin sehr ehrgeizig und will immer das Beste rausholen. Das ist aber manchmal nicht möglich. Dann ist es für mich schwer, damit umzugehen. Im Opernhaus ist man in einem großen Apparat und es sind sehr viele Leute beschäftigt. Ich sehe einfach, dass die Oper zwar ein ganz großer Bestandteil von mir ist, aber dass ich auch was anderes brauche."
Ihren Ehrgeiz, erzählt Christiane Karg, habe sie von Zuhause mitbekommen. Dort, im fränkischen Feuchtwangen, haben die Eltern eine Konditorei. Christiane und die beiden Schwestern packen früh mit an, verkaufen Torten und kellnern. Während die eine Schwester sich für Pralinen und Kuchen begeistert, gehen Christianes Interessen in eine andere Richtung.
Christiane Karg, Sopranistin
"Mein Vater war ein großer Opernfan, und der hat uns als Kinder immer mitgenommen. Zwei sind eingeschlafen und eine hat gebrannt und hat den Opernvirus entdeckt und wollte unbedingt selber auf der Bühne stehen. Das wusste ich ziemlich früh, dass ich Sängerin werden will."
Ihre wichtigste Regel: sich nicht zu früh mit schweren Rollen übernehmen, langsam das Repertoire erweitern. Dabei hat es ihr vor allem das Lied angetan. Mozart, Gluck und vor allem Strauss.
Christiane Karg, Sopranistin
"Du bist ständig am Lernen, nachts und abends. Statt Bettlektüre. Ich würde gerne mal ein normales Buch lesen, das kommt ganz selten vor. Weil ich so am Repertoire suchen bin, am Liederabende konzipieren. Dann wälze ich statt eines Romans einen Liedführer oder Poesie."
Mit ihrer Musik will sie Geschichten erzählen und berühren. Dass sie so weit gekommen ist, dazu gehört viel Disziplin. Süße Sünden aber sind hin und wieder erlaubt. Schon aus Familientradition. Und wer weiß? Vielleicht ist ja die Schokolade das Geheimnis ihres klaren und schwerelosen Soprans.
Autorin: Birgit Wolske








