Archivbild: Blick in das Sudhaus der alten Kindl-Brauerei am 10.10.2013 im künftigen Kindl-Kunstzentrum in Berlin. Das Ensemble aus Maschinenhaus, Kesselhaus und Sudhaus der ehemaligen Brauerei in Berlin-Neukölln wird derzeit zum Zentrum für zeitgenössische Kunst umgebaut. (Quelle: dpa)
Bild: dpa-Zentralbild

- Kulturtipps

Tipp 1: Ausstellung "Headless" von Philipp Schweinitz
Tipp 2: "The Poetry Project"
Tipp 3: Videoinstallation "Olympia" von David Claerbout

Über den Dächern von Berlin zeigt der junge Fotograf Philipp Schweinitz ab morgen seine Fotoserie "Headless", also "Kopflos". Für die Ausstellung hat er den Kulturdachgarten "Klunkerkranich" auf den Neukölln Arcaden gewählt.

Philipp Schweinitz, Fotograf
"Ich glaube man merkt, und das ist vor allem so in Berlin und in Großstädten, dass man unter vielen Leuten ist und man sich nicht kennt. Man ist unter vielen Leuten und möchte individuell sein, aber wird definiert über Arbeitskraft und Konsumkraft, über die Kaufkraft eines Menschen. Ich glaube, das fühlt sich für viele wie eine gescheiterte Utopie an. Das soll dem Zuschauer die Frage entgegenwerfen: Wer bin ich denn eigentlich?"

Konzipiert hat er das Ganze mit dem Berliner Musiker Konstant. Pro Fotografie gibt es einen Musiktrack, den sich die Besucher über einen MP3-Player anhören können.

Zusammen mit der Journalistin Susanne Koelbl bereitet sich Shah Zamir Hataki auf seinen Auftritt beim Literaturfestival Berlin vor. Vor neun Monaten ist der 16-Jährige allein von Afghanistan hierher gekommen. Seitdem geht er bei der Schreibwerkstatt "The Poetry Project" zusammen mit anderen Geflüchteten seiner Leidenschaft, dem Gedichteschreiben, nach.

Shah Zamir Hataki

"Im Gedicht kann man alles sagen, was man im Herzen hat oder als Schmerz fühlt."

Es geht um Liebe, um Flucht und darum, die Fremdheit zu überwinden. Welche Worte die jungen Geflüchteten für diese Themen gefunden haben, zeigen sie am 16. September im Haus der Berliner Festspiele.

Wie würde sich das Berliner Olympiastadion verändern, wenn es ohne den Eingriff des Menschen verfallen würde? Der belgische Künstler David Claerbout simuliert diesen Verfall in Echtzeit. Angelegt ist sein Projekt "Olympia" auf 1.000 Jahre, in Anspielung auf das Tausendjährige Reich.

Andreas Fiedler, Kurator

"Das bedeutet, es verändert sich permanent, es gibt keinen Zustand, der zwei Mal so sichtbar sein wird, und es ist an das reale Wetter in Berlin gekoppelt, an die Jahreszeit."


Die ersten Monate der Simulation werden ab Sonntag im neuen Kindl-Kunstzentrum gezeigt. Wo es die nächsten 999 Jahre zu sehen sein wird, ist noch ungewiss.


Autorin: Karolin Krämer

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