So war's: Collage: Hermann Parzinger auf der Baustelle im Stadtschloss Berlin (Quellen: Hintergrund: Karo Krämer, Person: imago/Agentur Baganz

#MeineEntdeckung - Rundgang über die Schlossbaustelle

Mit der Aktion "Meine Entdeckung" führt das rbb Fernsehen sein Publikum an mehr als 50 einmalige, spannende Orte. Stilbruch nimmt die Gewinner dabei zusammen mit mit dem Präsidenten der Stiftung Preussischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, auf einen Rundgang über die Schlossbaustelle.

Um es gleich vorweg zu sagen: Die Baustelle hat für uns keine Pause gemacht. Und eine Baustelle stellt besondere Anforderungen.

Hermann Parzinger,Gründungsdirektor des Humboldt-Forum
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"Seit ich mal 15 Monate einen tragen musste, hasse ich Helme. Wehrdienst."

Hier müssen alle Helm tragen. Auch Hermann Parzinger, der Gründungsdirektor des Humboldt-Forums, und Lavinia Frey, zuständig für den kulturellen Betrieb, die uns heute herumführen werden.

Petra Gute
"Waren sie schon mal hier, auf der Baustelle? – Ich auch, für mich auch 'ne Premiere.
    
0'37 Wollte n paar Sicherheitseinweisungen geben...

Hermann Parzinger,Gründungsdirektor des Humboldt-Forums er / Frey: Kommen Sie näher...wir wollen, dass Sie uns hören.

Erste Station: Die Passage, die Tag und Nacht geöffnet sein wird. Solche Durchgänge gab es schon im alten Schloss.

Hermann Parzinger,Gründungsdirektor des Humboldt-Forums
"Das Schloss war überhaupt ein offenes Schloss. Jeder preußische Untertan konnte seine Petition im Schloss persönlich abgeben, das war etwas besonderes. Man spricht ja - was  nicht ganz korrekt ist - von Stadtschloss, weil es inmitten der Stadt war. Aber das wollen wir jetzt auch. Es ist ja für die Menschen, mehr als jemals zuvor."

"Ist es denn nun das Schloss oder Humboldt Forum? Wie ist denn nun der Terminus? Humboldt Forum im Berliner Schloss."


Wie auch immer man es nennt: Es nimmt Formen an. Seit drei Jahren wird gebaut, Ende 2019 soll eröffnet werden. Und das ist das künftige Foyer.

Hermann Parzinger,Gründungsdirektor des Humboldt-Forums
"Das wird noch viel heller sein, das wird eine Glasdecke, die hell erleuchtet ist. Wir sehen schon die Dimension, die riesig ist."


So wird uns das Foyer dann empfangen. Heute sieht das Schloss an manchen Stellen noch wie eine Tiefgarage aus. Aber immer wieder öffnen sich majestätische Räume. Nur: Mit welcher Idee werden sie denn nun gefüllt? Klar, die Dahlemer Sammlungen ziehen hierher, von einem Museum neuen Typs ist die Rede. Für Hermann Parzinger ist es aber auch eine Rückkehr zu den Ursprüngen.

Hermann Parzinger,Gründungsdirektor des Humboldt-Forums 
"Hier waren alle Sammlungen, hier war die Gemäldegalerie, die Naturkundliche Sammlung, die Antikensammlung und von hier aus ging es auf die Museumsinsel. Die Museumsinsel ist von hier geplant worden, und das ist ein bisschen die historische Begründung des Projekts Humboldt-Forum in diesem Gebäude, weil eigentlich Sammlungen hier ihren Ursprung haben, auch die völkerkundliche. Also, ist es ein Nachhause-Kommen? Es ist ein großer Kreis der sich nach 200 Jahren schließt."


Unsere Gruppe ist beeindruckt.

Und weiter geht es, die Treppe rauf, in den ersten Stock. Hier wird sich Berlin mit seiner Geschichte präsentieren. Habe ich eigentlich schon gesagt, dass so ein Schloss-Rohbau im Januar verdammt kalt ist? Umso schöner, wenn hier und da ein Heizlüfter steht. Hier, im Flügel zur Spree hin wird ein Museum des Ortes entstehen: Die Geschichte, auch die des Palasts der Republik, soll immer präsent sein.

Lavinia Frey, Geschäftsführerin Humboldt-Forum Kultur

"Hier war der Volkskammersaal. 1990 saß hier die erste freigewählte Volkskammer den Beschluss des Beitritts der DDR – wieder Schichtung der Geschichte, und diese Geschichte wollen wir über Interventionen erzählen."


Hermann Parzinger,Gründungsdirektor des Humboldt-Forums 
"Wir überlegen jetzt einfach an bestimmten Punkten, immer so stolpersteinartig, egal was sonst im Raum präsentiert wird, das auftaucht, was hier passiert ist, egal ob Palast der Republik oder altes Schloss. Denn die Besucher sollen mit dieser Geschichte konfrontiert werden."


Das ist so ein "Stolperstein": Ein Originalstein aus dem alten Schloss mit einer Markierung, die die Sprengmeister 1950 aufmalten. Solche Details machen neugierig.


Autor: Tim Evers

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