Szene aus "Where To, Miss?" (Quelle: W-Film)

- 'Where To, Miss?'

Delhi gilt als die gefährlichste Stadt Indiens, vor allem für Frauen. Hier will die junge Inderin Devki ihren Traum verwirklichen und Taxifahrerin werden. Die Regisseurin Manuela Bastian begleitet sie in ihrem Dokumentarfilm durch die Nächte in ihrem Taxi und durch ein Land im Umbruch.

Devki ist 22, sie lebt in Delhi und sie hat einen großen Traum.

Szene aus "Where To, Miss?"
"Frauen in Delhi leben in Angst. Daran möchte ich etwas ändern. Ich möchte etwas für ihre Sicherheit tun."


Mittlerweile gibt es Taxis nur für Frauen, so eins möchte sie fahren.

Szene aus "Where To, Miss?"
"Ich habe erfahren, dass es seit kurzem auch Frauen gibt, die Taxi fahren. Das ist zwar ein männerdominierter Beruf, aber ich habe mir geschworen, dass ich das auch kann."


Manuela Bastian, Regisseurin
"Im Dezember 2012 war ja diese Gruppenvergewaltigung, wo eine junge Studentin gestorben ist. Und in den Medien hier wurde ja auch sehr viel darüber berichtet, meiner Meinung nach aber relativ einseitig. Es war immer so, die Frau als Opfer und der Mann als Täter. Und ich wollte eine Frau finden, die auch dafür kämpft, dass sich die Traditionen ändern oder sie ihre eigenen Wege gehen."

Drei Jahre lang fährt Manuela Bastian immer wieder mit ihrem Freund, einem Kameramann, zu Devki um zu drehen. Über eine Hilfsorganisation ist der Kontakt entstanden.

Manuela Bastian, Regisseurin
"Devki war diejenige, die anders war, wie die anderen Frauen, sie hat Jeans angehabt und ein Hemd und nicht die traditionelle indische Kleidung, und ich hatte sehr schnell das Gefühl, dass sie auch ihre Geschichte erzählen will."


Die Filmemacherin begleitet Devki bei der Prüfung für den Taxischein: Sie fällt durch. Beim zweiten Mal schafft sie es und wird die 14. weibliche Taxifahrerin in der Millionenmetropole Delhi.

Die Kraft, mit der Frauen in Indien für ihre Rechte kämpfen, fasziniert Manuela Bastian schon lange. In ihrem ersten Dokumentarfilm "Kampf in Pink" begleitet sie die Gulabi Gang. Es sind Frauen die sich im Norden Indiens zusammengeschlossen haben, um für ihre Rechte und gegen soziale Ungerechtigkeit zu kämpfen.

Manuela Bastian, Regisseurin
"In einem Land wie Indien gibt es ja so viele Ungerechtigkeiten, dass man ja erstmal denkt, wo macht es da Sinn anzufangen, gegen irgendetwas sich einzusetzen. Mich hat das total fasziniert, dass sie praktisch im Kleinen versuchen etwas zu ändern."


Das versucht auch Devki, die Taxifahrerin: Obwohl sie einen großen Traum hat, muss sie erstmal Umwege gehen. Sie heiratet einen Mann, den sie sich selbst ausgesucht hat, bekommt einen Sohn. Und sie zieht weg aus Delhi, zu ihren Schwiegereltern aufs Land. Eine große Umstellung. Dass sie selbständig ist und arbeiten möchte, ist für den Vater ihres Mannes unvorstellbar.

Szene aus "Where To, Miss?" 

"Ich möchte, dass ihr hier bleibt. Ich lasse sie nirgendwohin gehen. Sie wird hier bei uns bleiben."
"Aber ich will arbeiten."
"Warum, ich arbeite."


Devki hat sich in der Familie durchgesetzt, mit viel Diplomatie und fährt wieder Taxi in Delhi.

Manuela Bastian, Regisseurin
"Man kann ja eine Brücke zu der Situation hier schlagen, weil es etwas sehr Universelles ist, dass jemand für seinen Traum kämpft oder ein Ziel hat, was schwierig zu erreichen ist, wo man durch verschiedene Widerstände gehen muss. Das ist natürlich bei uns genauso."


In poetischen Bildern erzählt der Film von einer Frau, die es schafft ihren Weg zu gehen und im Kleinen etwas zu verändern.


Autorin: Bettina Lehnert

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