Der Regisseur Andreas Dresen posiert am 04.08.2016 im Filmpark Babelsberg während eines Pressetermines zum Film "Timm Thalers Fantasiewelt" neben einem Foto des Hauptdarstellers Arved Friese. (Quelle: dpa/Ralf Hirschberger)

- Andreas Dresen verfilmt 'Timm Thaler'

Mehr als 30 Millionen Menschen haben 1979 vor dem Fernseher mitgefiebert, ob Timm Thaler sein verkauftes Lachen wiederbekommt. Jetzt hat Regisseur Andreas Dresen "Timm Thaler" neu verfilmt, unter anderem mit seinem Lieblingsschauspieler und Bandkollegen Axel Prahl.

Regisseur Andreas Dresen und Schauspieler Axel Prahl machen nicht nur großes Kino zusammen - sie sind auch Band-Kollegen. "Das Licht der Welt" gesungen von Gysbert zu Knyphausen ist der Titelsong ihres jüngsten gemeinsamen Kinofilms "Timm Thaler oder das verkaufte Lachen". Dresens Debut als Kinderfilm-Regisseur.

Andreas Dresen, Regisseur
"Ich habe Timm Thaler zu DDR-Zeiten als Paperback besessen und habe das - da war ich neun oder zehn - nachts heimlich unter der Bettdecke gelesen, weil ich das so wahnsinnig spannend fand. Und später war dieses Exemplar total zerfleddert und hat sich in seine Bestandteile aufgelöst. Lustigerweise, damals war ich weit entfernt zu denken, dass ich mal Regisseur werden könnte, habe ich damals schon gedacht, das wär eigentlich ein toller Film."

Auf den ersten Blick ein ungewöhnlicher Film für Dresen, der vor allem für seine preisgekrönten Sozialdramen bekannt ist. Statt Improvisation und Handkamera setzt er diesmal auf oppulentes Märchenkino in Cinemascope-Format.

Dass Dresen die Geschichte vom verkauften Lachen als Kind überhaupt lesen konnte, liegt daran, dass das Buch des West-Schriftstellers James Krüss auch in der DDR wohlwollend beurteilt wurde. Es wird als "Kapitalismuskritik" gelesen. 1965 erscheint die Geschichte im DDR-Kinderbuchverlag.

Andreas Dresen, Regisseur
"Sie handelt letztlich von Werten. Was ist wichtiger: Reichtum, Erfolg, Macht oder doch die Beziehung zu den Freunden, die man hat? Das Lachen ist ja eine soziale Geste, das die Menschen verbinden kann, wenn es nicht missbraucht wird. Ich finde dadurch, dass der Stoff solche Werte verhandelt, ist er sehr, sehr zeitgemäß. Wir leben ja in einer Welt, wo man sich die Fragen zunehmend wieder stellt."

1979 wird Timm Thaler auch durch einen ZDF-Mehrteiler berühmt.  Entgegen der Romanvorlage verlegt Regisseur Siggi Rothemund die Handlung in die Gegenwart der 70er Jahre und prägt damit das Bild von Timm Thaler für eine ganze Generation. Hauptdarsteller Tommi Ohrner wird zum Kinderstar.

Andreas Dresens Film zeigt eine Welt, die die 20er Jahre anklingen lässt. Und rückt damit näher an das Original von James Krüss heran. Der heute 51-jährige Thomas Ohrner spielt für Timm Thaler jedoch immer noch eine Rolle.

Andreas Dresen, Regisseur

"Unser Ansatz hat sich im vornherein grundsätzlich von dem der Serie unterschieden, von daher war das für mich auch nie ein Problem. Ich habe dann immer gerne rein geguckt, wie die Kollegen dieses und jenes gelöst haben, da sind schöne Ideen drin."

Dass Timm Thaler ein echter Dresen-Film ist, liegt auch an der Besetzung vieler seiner Lieblinge. Andreas Schmidt und Axel Prahl spielen zwei Helferlein des Teufels, sind aber alles andere als böse.

Axel Prahl, Schauspieler
"Der Andreas Schmidt und ich haben also diese ganzen Ratten-Szenen auch in real durchgespielt, damit die Herren der Animation auch ein bisschen Futter hatten und wussten, wie wir ungefähr aussehen würden. Es hat natürlich irrsinnig Spass gemacht, weil man da eben auch ein bisschen dem Affen Zucker geben kann."


In seinem ersten Kinderfilm erzählt Andreas Dresen eine Geschichte über den Wert von Freundschaft. Ein Thema, von dem er offenbar eine Menge versteht.

Andreas Dresen, Regisseur
"Wenn ich Axel sehe, dann könnte ich ihn immer in den Arm nehmen. Ich freue mich einfach darüber ihn zu sehen und ihn zu kennen, und wir können einfach ganz direkt miteinander sein. Das ist ein ganz großes Geschenk im Leben. Das hat man ja auch nicht mit vielen Menschen, muss man auch sagen. Heutzutage hat man auf Facebook 200.000 Freunde, aber was ist denn das? Ich habe dann lieber einen realen zum Anfassen, mit dem ich lachen kann."


Autorin: Charlotte Pollex  

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