Trauerfeier für Florent

- Kulturtipps

Tipp 1: "König Ubu featuring Craque" im Theater RambaZamba
Tipp 2: Podcastserie "Bilals Weg in den Terror"
Tipp 3: Stephen Paul Taylor

Szene aus "König Ubu featuring Craque"
"Jeder sagt seine Meinung. Ich sage meine zuerst."

Er ist der König der Diktatoren, ein populistischer Dämon, kleingeistig und tyrannisch: "König Ubu" ist zurück. Am Theater Rambazamba feiert das Stück von Alfred Jarry morgen Premiere.

Szene aus "König Ubu featuring Craque"
"Ich würde Euch alle denunzieren und mich aus dieser schmutzigen Affäre ziehen."

Gibt es da etwa Parallelen zu einem neu gewählten Staatsoberhaupt?

Jacob Höhne, Regisseur
"Dann gab es diesen Tag, an dem das Wahlergebnis verkündet wurde und keiner wollte mehr auf die Probe kommen, weil jeder genau gemerkt hat, wir inszenieren gerade die Wirklichkeit. Wir machen Realismus. Die Groteske ist gar keine Groteske mehr, sondern das Groteske wird real."

Eingelullt in eine schöne weiche Welt - wer kann Ubu da noch widerstehen? Zumindest in dieser Inszenierung steht schon fest: es wird böse enden.

Ausschnitt aus "Bilals Weg in den Terror"
"Wie kann es sein, dass dieser Junge, der eben noch in ihrer Klasse saß, nach Syrien zum IS geht und stirbt?"

In seiner Podcast-Serie rekonstruiert der Journalist Philip Meinhold die Geschichte des jungen Dschihadisten Bilal. Mit 17 Jahren reist der Hamburger nach Syrien aus, um dort zu kämpfen. Doch kurz vor seinem Tod rechnet Bilal in einer Audiobotschaft mit dem IS ab.

Ausschnitt aus "Bilals Weg in den Terror"
"Er schickt sie einfach zum Tod. Du kannst Dir gleich eine Pistole nehmen und in den Kopf schießen - das ist genau so."


Philip Meinhold, Autor

"Die war so berührend und authentisch, dass ich dachte, das ist tatsächlich eine Geschichte, die man gut in einer Podcast-Serie erzählen kann."

Ab morgen senden Radioeins und das Kulturradio die fünfteilige Serie "Bilals Weg in den Terror".

Chill the fuck out, also "Reg' Dich ab" - mit solch guten Ratschlägen ist der Trashpop-Musiker Stephen Paul Taylor zum Youtube-Star geworden.

Beim Berliner Publikum kommen die Texte des gebürtigen Kanadiers offenbar gut an, vielleicht gerade weil sie nur so vor Kraftausdrücken strotzen?

Stephen Paul Taylor, Musiker

"Ich denke, dass die Menschen in Berlin Humor haben. Vielleicht, weil es auch eine Party- und Kunststadt ist. Die Menschen scheinen das Leben nicht so ernst zu nehmen wie woanders."

Und wer braucht schon tiefgründige Texte, wenn man für ein Musikvideo ohnehin über eine Million Klicks bekommt. Live zu erleben ist Stephen Paul Taylor morgen Abend in der Neuköllner Kunst-Bar "Pipi Royal".


Autorin: Karolin Krämer

weitere Themen der Sendung

Der Regisseur Andreas Dresen posiert am 04.08.2016 im Filmpark Babelsberg während eines Pressetermines zum Film "Timm Thalers Fantasiewelt" neben einem Foto des Hauptdarstellers Arved Friese. (Quelle: dpa/Ralf Hirschberger)

Andreas Dresen verfilmt "Timm Thaler"

Mehr als 30 Millionen Menschen haben 1979 vor dem Fernseher mitgefiebert, ob Timm Thaler sein verkauftes Lachen wiederbekommt. Jetzt hat Regisseur Andreas Dresen "Timm Thaler" neu verfilmt, unter anderem mit seinem Lieblingsschauspieler und Bandkollegen Axel Prahl.

So war's: Sir Simon Rattle dirigiert die Berliner Philharmoniker (Quelle: Monika Rittershaus)

#MeineEntdeckung - Bei Sir Simon Rattle in der Philharmonie

Eines der besten Orchester der Welt und einer der gefragtesten Dirigenten unserer Tage - normalerweise kann man sie ausschließlich während eines Konzertes erleben. Stilbruch bietet einigen Zuschauern die Gelegenheit, bei einer Probe in der Philharmonie dabei zu sein, wo sie die Musiker sowie den Dirigenten-Weltstar John Adams treffen können.

Ernst Lubitsch (Bild dpa)

Ernst Lubitsch zum 125. Geburtstag

Meisterregisseur Ernst Lubitsch war der Schöpfer grandioser Filme wie "Sein oder Nichtsein" und "Ninotschka". Lubitschs Karriere nahm seinen Anfang in Berlin. Anlässlich eines Programms zu seinem 125. Geburtstag ist Tochter Nicola aus Los Angeles nach Berlin gereist. (Das Video zum Beitrag ist aus lizenzrechtlichen Gründen nicht verfügbar)

Fake News

Die Debatte um sogenannte Fake News hat in den vergangenen Wochen Fahrt aufgenommen - nicht umsonst wurde "postfaktisch" zum Wort des Jahres 2016 gewählt. In Berlin haben sich Aktivisten zusammen gefunden, um gegen Fake News anzugehen.

Die Komische Oper in der Berliner Behrenstraße (Quelle: dpa-Zentralbild/Jens Kalaene)

Britische Theatergruppe "1927" an der Komischen Oper

Mit ihrer Inszenierung der "Zauberflöte" an der Komischen Oper landete die Theatergruppe "1927" einen überwältigenden Erfolg. Nun kommen die Briten zurück an die Komische Oper und inszenieren das Ballett "Petruschka" von Igor Strawinsky sowie die Oper "L’enfant des sortilèges" von Maurice Ravel.