Die Komische Oper in der Berliner Behrenstraße (Quelle: dpa-Zentralbild/Jens Kalaene)
Bild: dpa-Zentralbild/Jens Kalaene

- Britische Theatergruppe '1927' an der Komischen Oper

Mit ihrer Inszenierung der "Zauberflöte" an der Komischen Oper landete die Theatergruppe "1927" einen überwältigenden Erfolg. Nun kommen die Briten zurück an die Komische Oper und inszenieren das Ballett "Petruschka" von Igor Strawinsky sowie die Oper "L’enfant des sortilèges" von Maurice Ravel.  

Zirkusartisten auf der Bühne - das hat es an der Komischen Oper noch nie gegeben. Die englische Künstlergruppe "1927" hat sie in ihre neue Inszenierung geholt. "Petruschka", ein Ballett nach der Musik von Igor Strawinsky. Darin erwachen drei Jahrmarktpuppen zum Leben - eine Ballerina, ein Muskelprotz und der tollpatschige Clown Petruschka.

Esme Appleton, Regisseurin
"Diese Artisten können die unglaublichsten Dinge und sie erwecken die Animationen zum Leben. Wir haben Workshops mit Tänzern und Artisten durchgeführt, um zu entscheiden, welche Körpersprache wir für die Show verwenden möchten. Zirkus und Animation funktioniert prima. Diese Artisten können Unglaubliches. Es wirkt wie ein menschlicher Cartoon."


Das Ballett "Petruschka" kombinieren die Briten mit einer skurrilen Kurzoper von Maurice Ravel: "L’enfant et les sortilèges". Noch wird intensiv an den Abläufen und Bewegungen geprobt.

Ein zerstörungswütiges Kind erlebt einen Alptraum, als die von ihm malträtierten Spielsachen zum Leben erwachen und sich rächen.

Suzanne Andrade, Regisseurin
"Beide Stücke haben dieses 20er Jahre-Flair, beide sind auf ihre eigene Weise zeitgenössisch. Für uns ist das perfekt, auch wenn wir die Inszenierung nicht in den 20er Jahren angesiedelt haben. Uns inspirieren immer wieder Filme, Bücher und die Musik der 20er Jahre, und auch wenn wir versuchen, uns weiter zu bewegen in die Zukunft, werden wir immer wieder zurückgezogen in diese Zeit."

Das Zusammenspiel zwischen den Sängern und den Animationen auf der Leinwand, muss genau stimmen. Nur so entsteht die perfekte Illusion. Jedes einzelne Bild hat der Animationskünstler Paul Barritt von Hand gezeichnet, die Figuren aus Papier ausgeschnitten und dann in hunderten Einzelbildern abgefilmt. Ein monatelanger Prozess.

Paul Barritt, Animationskünstler

"Für jede animierte Bewegung gibt es einen bestimmten musikalischen Einsatz. Wenn sich die Figur bewegt, muss jemand auf den Knopf drücken. Es sind also hunderte einzelne Filme, die ablaufen und nicht nur ein einziger Film. Jede Szene ändert sich entsprechend der Musik."


Vor fünf Jahren holte Intendant Barrie Kosky die Gruppe schon einmal an die Komische Oper. Es war ihr erstes Engagement an einem großen Opernhaus. Ihre "Zauberflöte" ist in Berlin seitdem ein Publikumsrenner und begeistert auch weltweit bei Gastspielen. Eine steile Karriere für "1927", die in der Londoner Cabaret-Szene und auf kleinen Bühnen angefangen haben.

Barrie Kosky, Intendant der Komischen Oper
"Sie waren auf Gastspiel in Hannover und dort habe ich sie gesehen, in einem kleinen Stück auf einer ganz kleinen Bühne und nur mit einer kleinen Leinwand. Ich war auf der Suche nach einer neuen theatralischen Sprache für eine Neuinszenierung der 'Zauberflöte'. Und nach zehn Sekunden wusste ich sofort: mit diesen Leuten muss ich arbeiten."


Auch diesmal erschaffen "1927" zusammen mit Orchester, Sängern und den Artisten eine kunstvolle Mischung aus Musik, Animationen und Akrobatik. Ein Opernabend wie ein Live-Cartoon - mit Action, aber auch melancholischen Tönen. Ein magischer Bilderzauber.


Autorin: Birgit Wolske

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