Das Haus der Kulturen der Welt hat sich auf den 30. Geburtstag der Transmediale vorbereitet (Quelle: dpa/Maurizio Gambarini)
Bild: dpa/Maurizio Gambarini

- Kulturtipps

Tipp 1: Medienkunstfestival "transmediale"
Tipp 2: Theaterstück "Im Sommer wohnt er unten"
Tipp 3: Film und musikalische Lesung "Die Partitur des Krieges"
 
(Das Video zum Beitrag ist aus lizenzrechtlichen Gründen nicht verfügbar)

Das Haus der Kulturen der Welt ist fertig saniert – und öffnet wieder mit dem Medienkunstfestival "transmediale". Der Titel der von Inke Arns kuratierten Hauptausstellung lautet "Alien Matter".

Inke Arns, Kuratorin
Alien Matter kann man übersetzen als fremde Materie. Es bezieht sich eigentlich auf alle Dinge, die wir Menschen gemacht haben, die uns aber durch ihr selbsttätiges aktiv sein zunehmend fremd werden.

Diese Installation zum Beispiel verarbeitet Daten aus ihrer Umgebung – doch was mit denen dann passiert, bleibt ein Rätsel. Einst war Information greifbar – 20.000 Videokassetten hat der niederländische Künstler Joep van Liefland in einem Block aufgestapelt.

Joep van Liefland, Konzeptkünstler
Mehr so ein Symbol für Vergänglichkeit und auch für Vergänglichkeit von Medien. Aber mittlerweile sehe ich das auch, dass wir auch eine Art Media sind. Wir sind ja auch so eine Art Kassetten oder so eine Art Informationsspeicher.

Draußen sind es null Grad – doch die Komödie am Ku'damm ist schon weiter. "Im Sommer wohnt er unten" basiert auf einem Film, der 2015 auf der Berlinale lief und jetzt seine Bühnenpremiere erlebt. Ein ungleiches Brüderpaar in Papas Ferienhaus. Schluffi der eine, Karrierist der andere.

Szene aus "Im Sommer wohnt er unten"
Es kann doch nicht wahr sein, dass Papa Dir Dein Rumhängerleben finanziert, und Du nicht mal in der Lage bist, die Wiese zu…

Martin Woelffer, Regisseur
Beide haben sich Positionen gesucht, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und gleichzeitig haben sie heimlich die Sehnsucht, auch ein Stückchen vom Anderen abzukriegen.

Der Film ist eine intelligente Sommerkomödie mit einem Schuss Bitternis. Wie die Komödie am Ku’damm sich schlägt erfahren wir am Sonntag.

Als der Musiker Mark Chaet in seiner Jugend die Ukraine verließ, um in Berlin zu studieren, nahm er nichts als seine Geige mit. 20 Jahre später reist er erstmals wieder in seine Heimat – die umkämpfte Region um Donezk. Er trifft dort Verwandte, Weggefährten, Schulfreunde.

Filmszene aus "Die Partitur des Krieges"
Wenn Du die Schüsse hörst, hast Du Angst – sobald es aufhört, verdrängt man es sofort.

Ein zerrissenes Land – gerade in diesen Tagen bricht der Konflikt wieder auf.

Mark Chaet, Musiker
Die Menschen sind sehr müde. Sie wollen einfach nur, dass der Krieg vorbei ist. Und sie haben einfach Angst. Das ist auf Dauer schwer zu ertragen

Der Film "Die Partitur des Krieges" dokumentiert Chaets  Reise – ein seltener Einblick in die Gefühlslage in einer europäischen Krisenregion.

Autor: Steffen Prell

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