Manfred Krug (Bild: imago/STAR-MEDIA)

Manfred Krug: Seine Lieder - Manfred Krugs Herzensprojekt fertiggestellt

Die Musik war schon eingespielt – doch dann ist er überraschend gestorben. Manfred Krugs Freunde und Kollegen haben sein letztes Herzensprojekt fertiggestellt und erinnern mit "Manfred Krug: Seine Lieder" an den Sänger. (Das Video zum Beitrag ist aus lizenzrechtlichen Gründen nicht verfügbar)

Manfred Krug war ein Meter 90, ein paar Kilo wog er auch. Auf einem Motorrad     ließ er die Leute an Marlon Brando denken. Er war das Raubein, der Kerl.
Aber – wenn er sang, wurde er zu einem anderen.

Uschi Brüning, Sängerin
Manfred ist zwar nach außen hin sehr draufgängerisch gewesen, aber er war auch sehr sensibel und hatte natürlich auch Respekt vor'm Publikum – ich will nicht sagen Angst, aber Respekt – und das hat sein etwas verhalteneres Verhalten bestimmt.

Uschi Brüning hat mit Manfred Krug schon in den Siebzigern gesungen. Ein halbes Leben später fanden sie sich wieder. Vor zwei Jahren nahmen sie ein Album auf, das sein letztes sein sollte: Eine Liebeserklärung an die gemeinsame Zeit – und die Musik.

Die Liebe zum Singen hatte er von seiner Mutter. Als er mit 14 eine Lehre im Stahlwerk Brandenburg beginnt, steht er am Hochofen und trällert Schlager wie "Rosamunde".
Die Sehnsucht nach einem anderen Leben bringt ihn zum Schauspiel. Nebenbei macht er sich schon mit Mitte 20 einen Namen als Jazz-Interpret.

Manfred Krug, 1984
Ich war in der DDR ein Ersatzsänger, für all diejenigen, die nicht kommen konnten oder kommen wollten
. Also, Ray Charles z.B. war nie in der DDR, Stevie Wonder war nie in der DDR.

Die Großen sind sein Maßstab. Anfang der Siebziger Jahre nimmt er mit dem Bandleader Günter Fischer vier Platten auf. Krug schreibt die Texte – auf eine Musik, die dem real existierenden DDR-Leben einen ungeheuren Groove verpasst.

Uschi Brüning
Das war ein Riesenknaller, und das gab's dann bald nur noch unterm Ladentisch und das schlug ein, wie eine Bombe. Das ist eigentlich bis heute unerreicht.

Tatsächlich halten sich die Fischer-Krug-Alben über Generationen. Der Musiker Sven Van Thom ließ sich von ihnen zu seinem Bandprojekt Beatplanet inspirieren, nach Krugs Tod schrieb er ihm ein Abschiedslied. Verneigung vor einem Sound, der Witz, Sex, Schlager und Jazz verband.

Sven van Thom, Musiker
Ich weiß nicht, ob es zu dieser Zeit noch irgendeine andere deutsche Band gab, die so amerikanisch klang, so zappelnd und funky! Und die Stimme von Manfred Krug ist natürlich einfach unverwechselbar.

Im Westen wollte diese Stimme kaum jemand hören. Krug macht eine Platte,    sie floppt, dann lässt er es. Er dreht Serien, Fernsehware. Erst viel später    kommt das Singen wieder: Zunächst nur als Pausenfüller.

Und dann die Wiederbegegnung mit Uschi Brüning. Letzten Herbst wollen sie noch einmal eine Platte aufnehmen – doch Krug war schon zu krank. So wird aus dem Projekt eine Hommage an ihn: Stars wie Axel Prahl und Ulrich Tukur singen seine Lieder. Uschi Brüning auch: "Die Nacht ist um" – ein zärtlich-melancholisches Lied des Raubeins Krug.

Uschi Brüning
Manfred war ein sehr nachdenklicher, tiefsinniger Mensch. Wer weiß, in welcher Nacht ihm das eingefallen ist.

Autor: Tim Evers

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