Gebäude der Sophiensäle in Berlin (Bild: imago stock&people)

- Kulturtipps

Tipp 1: "Alles muss glänzen" im Theater am Kurfürstendamm
Tipp 2: Chor@berlin - Vokalfest im Radialsystem
Tipp 3: "Next to near" in den Sophiensälen

In der schwarzen Komödie "Alles muss glänzen" träumt sich Hausfrau Rebecca, gespielt von Maria Furthwängler, in eine heile Familie. Ihr Ehemann hat sie längst verlassen. Mit beckettschem Gespür fürs Absurde inszeniert der israelische Regisseur Ilan Ronen das Klischee der amerikanischen Familie der 50er Jahre und findet es erstaunlich aktuell.

Ilan Ronen, Regisseur
"Ich habe das Gefühl, seitdem Trump zum Präsidenten gewählt wurde, erleben wir durch die Werte, die er repräsentiert ein Déjà-vu, einen Rückfall in die Vergangenheit."

"Alles muss glänzen" am Theater am Kurfürstendamm ist ein skurriles und politisches Stück, das den amerikanischen Traum von der Familie als Alptraum entlarvt.

"Niniwe" - das sind vier Jazzsängerinnen, die genreübergreifend Stücke singen, neu arrangiert von Johann Sebastian Bach bis Sting. Jetzt singen sie gemeinsam mit sechs anderen Chören aus Berlin auf dem Vokalfest Chor@Berlin.

Winnie Brückner, Vokalensemble "Niniwe"
"Wir wollen das Publikum mit diesem intensiven Klang berühren. Gerade bei Frauenstimmen ist der Gesang sehr pur und kraftvoll, aber eben auch sehr filigran."


"Niniwe" geben ihr Konzert am Samstag im Radialsystem. Sehens- und hörenswert.

Wie zwei Menschen sich durch die Stadt treiben lassen, sich miteinander bewegen - das erforschen May Zarhy und Hermann Heisig in ihrem Tanzstück "Next to Near" in den Sophiensaelen. Sie erkunden den Raum als Architektur, der menschliche Annäherung bietet oder verbietet.  

Hermann Heisig, Tänzer
"Was ist eigentlich Intimität und Distanz, was bedeutet heutzutage nah an etwas dran zu sein oder weit weg zu sein, letztendlich in Zeiten von Skype und Videotelefonaten."


Das Tanzstück "Next to Near" entwickelt einen meditativen Sog und sensibilisiert das eigene Körpergefühl im Raum.


Autorin: Margarete Kreuzer

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