Marcel Broodthaers: Un Jardin d‘Hiver, 1974. Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof, Berlin | Foto: © Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof, SMB, Schenkung der Friedrich Christian Flick Collection / Thomas Bruns, The Estate of Marcel Broodthaers und VG Bild-Kunst, Bonn 2016)
Bild: smb

- Kulturtipps

Tipp 1: Theaterstück "NASSER #7Leben"
Tipp 2: Ausstellung "moving is in every direction"
Tipp 3: Tanz-Performance "#95 Urban Soul Café"

Das Schicksal hat mich gerettet.

Nasser el-Ahmad – Schüler, Muslim, offen schwul. Sein Coming Out ist jetzt Vorlage eines Theaterstücks für Jugendliche am Grips Theater.

Vor 5 Jahren bekennt sich Nasser auf Facebook zu seiner Homosexualität. Familie und Freunde trennen sich von ihm – er wird bedroht und beinahe verschleppt.  Doch all das bestärkt ihn nur - in seinem Kampf um Akzeptanz.

Nasser El-Ahmad
Das Stück soll auch zeigen, dass das Thema Islam und Homosexualität zusammenpasst. Dass ich gerade die Jugendlichen von heute, die Gesellschaft von heute erreichen könnte und für eine offene Gesellschaft für eine tolerante und akzeptable Gesellschaft eintreten kann. Ich kann nichts dafür, ich bin wie ich bin.

Eine Wolke aus Stacheldraht – als Kritik an Krieg und Krisen unserer Zeit. Die Installation der chinesischen Künstlerin Qin Yufen ist Teil der neuen Ausstellung "moving is in every direction"  im Hamburger Bahnhof.

Die beiden Kuratorinnen wollen die Geschichte der Installationskunst zeigen – von den Anfängen in den 1960er Jahren bis heute.

Die ausgewählten Kunstwerke brauchen vor allem eines: Platz. Den gibt es hier auf rund 3.500 Quadratmetern.

Anna-Catharina Gebbers, Kuratorin
Das macht für uns eigentlich auch den Reiz der Installationskunst aus – dass es immer dazu herausfordert, das man sie begeht, dass man sie erwandert, dass man sie erforscht, dass man sie von allen Seiten betrachtet und in diesem Fall kann man auch sich selbst betrachtet.


Für Aloalii Tapu ist sein Körper sein Instrument. Seine Bewegungen sind seine Sprache. Der 23-jährige Neuseeländer erzählt in seiner Tanz-Performance von seiner Liebe zu Pina Bausch und vom Erwachsenwerden im Süden der neuseeländischen Region Auckland – geprägt von Armut, Gewalt und Drogen.

Sein Ausweg: tanzen.  Doch von seinen Freunden hört er immer wieder eins: "Du tanzt ja wie ein Weißer."

Aloalii Tapu, Tänzer
Ich glaube, die Menschen waren einfach nicht daran gewöhnt, dass Schwarze so tanzen wie ich. Ich habe nur improvisiert,  ich habe keine Ballett-Bewegungen gemacht oder so, aber ich denke alles andere als Hip Hop wurde als "weißer Tanz" wahrgenommen.

Noch bis einschließlich Sonntag ist Aloalii Tapu mit seiner preisgekrönten Performance im Ballhaus-Ost zu sehen.

Autorinnen: Maren Unseld, Anna Tschöpe

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