ARD CHARITE, historische Krankenhausserie mit sechs Folgen, Folge 1 "Barmherzigkeit", am Dienstag (21.03.17) um 20.15 Uhr (Quelle: © ARD/Nik Konietzny)

- 'Charité' - die neue Eventserie der ARD

In der Berliner Charité wurde Medizingeschichte geschrieben. Eine sechsteilige ARD-Serie nimmt uns ab kommender Woche mit in die Zeit, als die Charité auf dem Weg ist, das berühmteste Krankenhaus der Welt zu werden.

Hier im medizinischen Museum der Charité werden 300 Jahre Medizingeschichte wieder lebendig. Die Charité - einst Weltzentrum der Medizin und Wirkungsstätte genialer Ärzte und Wissenschaftler. Emil von Behring, Paul Ehrlich und  Robert Koch, alle drei Nobelpreisträger. Heute: Ausbildungsstätte für fast 7.000 Studenten.

Robert Koch ist ein Superstar der damaligen Zeit. Seine Entdeckungen der Erreger des Milzbrands und der Tuberkulose machen ihn berühmt. Er ist nach dem Kaiser die bekannteste Person im Reich. Auch sein Privatleben sorgt für Aufsehen. Er verliebt sich in eine 17-jährige Schauspielerin – ein Skandal.

Justus von Donany, Schauspieler (spielt Robert Koch)
Ich glaube, es war ein relativ durchsetzungsstarker, intelligenter Mensch der im Privaten ja ein Tabubruch gemacht hat, weil er sich von seiner Frau getrennt hat, was in Deutschland erst seit 15 Jahren überhaupt denkbar war, dass man sich scheiden lässt. Im Beruflichen jemand der riesengroßen Erfolg hatte, aber auf einmal in ein große Krise kam.

Doch Roberts Koch scheitert. Sein Heilmittel Tuberkulin stellt sich als wirkungslos heraus und der Kaiser baut ihm kein eigenes Institut.

"Es soll das Haus Charité heißen", bestimmte 1727 Friedrich der I., "Barmherzigkeit". Die ARD-Serie spielt im Jahr 1888. Damals gab es noch keinen Strom, operiert wurde im Kerzenschein, geheizt mit Torf. Es war eine Zeit in der nicht geheilt wurde, sondern gepflegt und Ordensschwestern das Sagen hatten. Fortschritt war für sie Teufelszeug, Hygiene ein Fremdwort. Und doch war es eine Zeit der medizinischen Revolutionen.

Prof. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvositzender der Charité
Ich glaube, es ist auch eine wunderbare, historische Darstellung der Medizin dieser Zeit. Die Charité war zu dieser Zeit das Zentrum weltweit für Medizin und wer etwas auf sich hielt, musste in der Charité mal gewesen sein. Er zeigt aber auch die sozialen Situationen in denn damals Medizin gemacht wurde.

Diphterie und Typhus sind Ende des 19. Jahrhunderts weit verbreitet. Und auch Geburten sind immer noch lebensgefährlich.

Und für Frauen ist der Hörsaal tabu.

Die ARD-Serie "Charité" spielt im sogenannten "Dreikaiserjahr". Das Jahr 1888 ist ein Wendepunkt der deutschen Geschichte. Innerhalb von vier Monaten wird Deutschland von drei Kaisern regiert. Der letzte, Wilhelm der II., ist ohne Weitblick, launisch, verantwortungslos.

Sönke Wortmann, Regisseur
Das wilhelminische Zeitalter, das ich gar nicht in der Schule hatte, und ich habe auch mit anderen Leuten gesprochen, da ist es wohl auch so. Es ist eine unglaublich faszinierende Zeit, in die ich mich eingelesen habe. Drei Kaiser, 1888, viele wissen gar nicht, dass es drei Kaiser gab bei uns - zwei sind gestorben und der dritte hat etwas Unglück gebracht. Man taucht also ein in die deutsche Geschichte und das fand ich sehr faszinierend.

Die Charité: ein Ort, an dem sich gesellschaftlicher Umbrüche spiegeln. Ein Ort, an dem um Einfluss und Macht gekämpft wird. Und wo der Mythos von den "Halbgöttern in Weiß" geboren wird.

Autorin: Yvonne von Kalinowsky

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