Carolina Eyck - sorbische Komponistin und Thereminspielerin (Quelle: rbb/Stefan Göbel)

Ausstellung im Musikinstrumenten-Museum - 'Good Vibrations' - Von Trautonium bis Theremin

Von Trautonium bis Theremin: Eine Ausstellung im Musikinstrumenten-Museum widmet sich jetzt der Geschichte der elektronischen Musik - und damit einigen ganz besonderen Instrumenten. (Das Video zum Beitrag ist aus lizenzrechtlichen Gründen nicht verfügbar.)

Wenn Carolina Eyck zu spielen beginnt, dann ist ihr Publikum fasziniert: Wie macht sie das? Woher kommt der Klang? Das Theremin ist eines der ersten elektronischen Instrumente, erfunden in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die zwei Antennen des Theremins senden elektromagnetische Felder aus.  Carolina Eyck steuert mit ihren Händen die Lautstärke und Tonhöhe – je nachdem wie nah sie den Antennen kommt.

Carolina Eyck, Musikerin
Ich finde das Theremin unterscheidet sich gerade von allen elektronischen Musikinstrumenten, weil man so viel Ausdrucksmöglichkeiten hat, mit der linken Hand, mit der man die Dynamik  formt, und das kann keine elektronisches Instrument so gut, finde ich,  weil ich auch den Klang auch direkt in der Hand habe und das ist schon besonders.

Carolina Eyck entdeckt das Theremin mit sieben Jahren, lernt es von der Großnichte des russischen Erfinders Lev Termen. Eigentlich wollte der Physiker nur ein Alarmsystem entwickeln, das ausgelöst wird, wenn man sich nähert. Jetzt ist sein Theremin in der  Ausstellung "Good Vibrations" zu sehen, neben vielen anderen elektronischen Musikinstrumenten, etwa dem "Mixtur-Trautonium". 1930 entwickelt von Friedrich Trautwein und Oskar Sala. Sala komponiert für Regisseur Alfred Hitchcock Sounds für seinen Film "Die Vögel".

Die Vogelschreie sind elektronisch erzeugt mit dem Mixtur-Trautonium und erst mit diesem Sound erscheint die Bedrohung durch die Vögel im Film realistisch zu werden.

Als in den USA Anfang der 70er Jahre die ersten Synthesizer erfunden werden, nutzen Bands wie Tangerine Dream, Pink Flyod oder Musiker wie  Jean Michel Jarre die elektronischen Geräte.

Eines der ersten digitalen Instrumente ist der "Fairlight CMI". Mit ihm können Sounds im Computer archiviert, wiederholt, verdoppelt werden. Die Komponistin Kirsten Reese gibt auch heute noch Konzerte mit diesem Instrument.

Kirsten Reese, Musikerin
Die Frage ist ja warum man sich mit so einem Instrument auseinander setzt, die Speicherkapazität ist absolut lachhaft, trotzdem hat er noch einen sehr schönen Klang

Auch Popmusiker wie Peter Gabriel, Stevie Wonder oder Kate Bush entdecken den "Fairlight CMI" für ihre Songs.

Noch heute arbeitet der Komponist Christian Halten mit einem elektronischen Instrument aus den 1970ern. Für seine Soundtracks setzt er den "Buchla Easel" ein und hat bereits mit Hans Zimmer in Hollywood gearbeitet.

Christian Halten
Man hat eine Palette zur Verfügung, die weit über das Orchester hinausgeht, es gibt Klänge die sich ganz tief oder ganz hoch, das kriege ich mit akustischen Instrumenten nicht hin. Wenn man mit einem Orchester mit diesem Instrument zusammen spielt, dann kann man Kompositionen machen, die Generationen verbinden.

Autorin: Margarete Kreuzer 

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