Uta Bierbaum (Quelle: rbb)

- Kulturtipps mit Uta Bierbaum

Tipp 1: Die Buchkönigin
Tipp 2: "Peep Now – Chosen Loneliness"
Tipp 3: Fotoausstellung "9645 Kilometer Erinnerung"

Als erstes nimmt uns Uta Bierbaum mit in einen Lieblingsladen in ihrem Reuterkiez: Die "Buchkönigin" versucht seit zwei Jahren im Neuköllner Szene-Ghetto dem Ausbruch an Bars und Cafés etwas entgegen zu setzen.

Uta Bierbaum, Autorin
"Ich komm hier oft her und guck mir die Bücher an und kauf mir auch hin und wieder ein Buch, bestell mir sogar manchmal ein Buch und hol es dann am nächsten Tag ab – das machen ja nicht mehr so viele, weil die sich ihre Bücher im Internet bestellen, finde ich nicht so gut. Ich finde es gut, das man so was fördert, das ist ein toller Laden und man kriegt manchmal sogar einen Schnaps."

Ja, dann Prost! Auf die Literatur, das Buch an sich und die Rückkehr der Rachenputzer hinter Furnierholz. 

Weiter geht’s nach Friedrichshain in die Produzentengalerie aff, das Atelier Freier Fotografen. Derzeit stellt hier Helena Schätzle ihre Arbeit "9645 Kilometer Erinnerung" aus.

Uta Bierbaum im Gespräch mit Helena Schätzle, Fotokünstlerin
"Also, das ist dein Opa?" / "Genau, die Arbeit handelt von meinem Großvater, der Soldat im Zweiten Weltkrieg war und ich bin den Weg, den er damals von 1941 bis 1946 unterwegs war, nachgereist und habe Zeitzeugen gesucht und dann gefunden und auch interviewt, die zur selben Zeit an den Orten waren und das dann gegenübergestellt."

Um die Landschaften und Menschen zu porträtieren reiste Helena Schätzle quer durch Osteuropa, ein Projekt über vier Jahre. Eine spannende und mutige Fotoarbeit, die Uta Birnbaum Respekt abverlangt. Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven. 

Utas dritter Kulturtipp befindet sich im Ballhaus Ost: Peep Now, Chosen Loneliness heißt die Performance, die eine Mischung aus Installation, Hör- und Schauspiel ist. Eine Hütte in der Hütte. Löcher voller Gedanken zum Thema Einsamkeit. 

frei stehende Szene: "Wie meine Mutter mir sagte, haben wir alle in unseren Antipoden ein Wesen, das uns bis aufs Haar gleicht und das auf dem Erdball einen wie unseren immer entgegen gesetzten Standpunkt einnimmt. Sonst wäre es kein Antipode."

Uta Bierbaum, Autorin
"Also das Gute an der ganzen Sache ist ja auch, dass das nicht nur hier im Ballhaus gespielt wird, sondern, dass dieser Kasten hinter mir auch auf die Straße gestellt wird, zum Beispiel bei mir in die Nachbarschaft, das ist ganz interessant, geht man hin, stellt sich irgendwie vor, also viele Leute wissen natürlich überhaupt nicht, was da los ist, dann kannst du reingehen und es dir angucken und das find ich ganz gut: Peep Now!"


Autor: Sascha Hilpert