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STILBRUCH
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Do 21.01.10 22:05

Im Portrait

Der Fotograf Andreas Mühe

Er ist 30 Jahre alt und auf dem besten Weg, ein Star zu werden: der Fotograf Andreas Mühe. Seine Porträts der Kanzlerin waren im Wahlkampf bundesweit plakatiert. Jetzt präsentiert er seine erste große Werkschau in der Berliner Galerie Camera Work. Kuratiert wird die von der Fotografenlegende F. C. Gundlach.

Des Altmeisters Auge entgeht nichts: F.C. Gundlach pudert die Nase seines Schützlings Andreas Mühe. 30 Jahre ist er alt, aber er hat Bilder gemacht, die als unvergesslich gelten.

Mühe zeigt die Einsamkeit der Mächtigen auf neue Weise. Kühl oder fast schon prarodistisch. Das Gipfeltreffen zum 20 jährigen Mauerfall. Mühe inszeniert vor drei Mauerstücken Kohl, Gorbatschow und Busch senior. Ein Auftrag, der ihn mit Stolz erfüllt. Er schafft es, das Vertrauen der Menschen zu gewinnen. Wie macht er das?

Andreas Mühe, Fotograf
"Am Ende ist es vielleicht nur ein Gabe oder ein bisschen Glück, dass die mich einfach nett finden. Es gibt keinen Masterplan, wenn ich in ein Shooting gehe oder die Leute überzeuge, sich von mir fotografieren zu lassen und dann auch noch meinen Weg zu gehen. Ich glaube, die finden mich einfach nur ganz nett."

Andreas Mühe wird im November 1979 in Karl-Marx-Stadt geboren. Mit 15 schenkt ihm seine Mutter eine Kamera. Er macht eine Ausbildung als Fotolaborant, arbeitet drei Jahre als Assistent und begegnet 1997 F.C. Gundlach, der sein Talent entdeckt und sein Mentor wird. Er kuratiert jetzt Mühes erste Ausstellung in Berlin.

Mühe kommt aus einer Theaterfamilie. Seine Schwester ist die Schauspielerin Anna Maria Mühe. Sein Vater war Ulrich Mühe, der Schauspieler, der vor zweieinhalb Jahren gestorben ist. Über ihn möchte er in der Öffentlichkeit nicht sprechen, weil er mehr sein möchte als nur der Sohn eines berühmten Vaters. Er möchte sich aus seinem Schatten befreien. Jetzt ist die Zeit dafür.

Andreas Mühe, Fotograf
"Also ich glaube, dass ich mir meinen Werdegang ganz alleine erarbeitet habe, aber klar, es gibt ständig diese Anfragen. Für die Presse ist es ein ganz gutes Entrée: 'Er ist doch der Sohn von...'. Es ist ja für mich nicht abgeschlossen, aber für die Menschen da draußen ist es einfach erledigt, der Mensch ist tot und für uns ist es einfach was anderes."

In einem sehr privaten Foto verarbeitet Andreas Mühe auf seine Weise den Tod seines Vaters. Es ist aus der Serie "Sterben und Tod". Auf einem anderen Bild ist sein Elternhaus zu sehen. Das Gebäude ist fast nicht zu erkennen. Es sind die ungewöhnlichsten Bilder. Ist das Autobild auch sein Persönlichstes? 

Andreas Mühe, Fotograf
"Ja, da ist was dran, aber es sind viele Bilder persönlich. Auch das Bild was da drüben ist. Dieses Haus ist auch sehr persönlich. Ich glaube, ich will gar nicht darauf eingehen auf diese Bild."

Man spürt, dass Andreas Mühe nicht gerne über sich redet. Er mag keine Interviews. Das ist ihm unangenehm. Er ist Fotograf geworden, weil er sich den Menschen ohne Worte nähern möchte. Er will sie neu entdecken und diesen Augenblick festhalten. Er sagt, man kann auch einen Menschen über seine Gestik erkennen.

Seine Ausstellung wird ihn bekannter machen. Er spürt, dass gerade etwas Neues beginnt. Ein neues Leben

Autorin: Yvonne von Kalinowsky

Stand vom 21.01.2010

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 21.01.2010 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Neue Ausstellung

Andreas Mühe

Werkschau 2
Galerie Camera Work
Kantstraße 149
10623 Berlin
Tel.:030 - 31 00 77 - 6
Fax: 030 - 31 00 77 80 www.camerawork.de

Andreas Mühe

© Rundfunk Berlin-Brandenburg

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