Das Straßenensemble Guaia Guaia nachts in Köln; © rbb/Lorenz Rollhäuser

Musik - Guaia Guaia

Die beiden Jungs der Band "Guaia Guaia" stehen noch am Anfang ihrer Musikerkarriere. Elias und Luis aus der Uckermark machen auf der Straße nicht nur Musik, sondern sie sie leben dort auch - aus Überzeugung.

Ein verlassenes Vereinsheim am S-Bahnhof Ostkreuz. Obdachlose suchen hier Schutz vor Kälte oder Regen. Hier haben Elias und Luis von Guaia Guaia über sieben Monate gewohnt. Bis sie von der Polizei geräumt wurden.
 
Luis, Guaia Guaia

"Man könnte sagen, unsere Organisation wurde erfolgreich zerschlagen. Wir hausen halt an verschiedenen Stellen. Teilweise schlafe ich auch draußen auf Spielplätzen."


Seit drei Jahren haben Elias und Luis keinen festen Wohnsitz. Sie lehnen Drogen und Alkohol ab, ernähren sich vegan, besorgen sich ihre Kleidung aus dem Müll. Besitz ist ihnen nicht wichtig, auch jetzt, wo sie mit ihrer Musik erste Erfolge haben und ihr erstes Album erscheint.

Elias, Guaia Guaia

"Wir möchten nicht erfolgreich sein des Geldes wegen, aber wir müssen schon zugeben, dass es uns hierhergebracht hat. Da ist ein Teil in uns, der gehört werden möchte, der Anerkennung kriegen möchte."


Elias und Luis kommen aus Neubrandenburg in der Uckermark. Mit 17 schmeißen sie das Gymnasium hin, wollen als Straßenmusiker leben und geben alles auf: Geld, Krankenversicherung und ein Dach über dem Kopf.

Elias, Guaia Guaia

"Für mich war das traumatisierend. Ich habe mit der Stadt und dem Leben dort immer viel Negatives verbunden. Allein die Architektur, die sehr grau ist, und ich fand tatsächlich die Menschen dort recht verschlossen."


Zwei Jahre lang gehen Guaia Guaia mit selbstgebauten Fahrrädern auf Tour. Quer durch die Republik spielen sie Konzerte auf Marktplätzen und Bürgersteigen. Der Dokumentarfilmer Sobo Swobodnik hat sie dabei mit der Kamera begleitet.

Was in einem Jahr ist oder wo sie den nächsten Winter verbringen sollen, daran denken Guaia Guaia nicht. Gerade möbeln sie ihre Fahrräder auf für die erste offizielle Tour. Sie könnten mit einem Tourbus fahren, aber ihr Vagabunden-Leben wollen sie nicht aufgeben. Sie bleiben "Nobelpenner".

Elias, Guaia Guaia

"Im Scherz bezeichnen wir uns so, weil wir einige Gemeinsamkeiten mit einem Obdachlosen haben. Wir haben keine Wohnung und teilweise stinken wir auch auf Tour, weil wir uns nicht lang genug gewaschen haben."


Elias und Luis sind zwei sympathische Träumer. Sie machen sich nicht viel Gedanken über ihr Leben, wollen keine Vorbilder sein, sondern einfach nur das tun, was sie glücklich macht: Musik.


Autorin: Hanna Stompe