Bühne -
Kein Musikantenstadl, sondern um Lieder von Menschen, die in Berlin eine neue Heimat gefunden haben - darum geht es beim "Heimatabend" in der Komischen Oper. Mehr als 100 Musiker, 13 Chöre und Bands bringen ihre Musik auf die Bühne - aus Vietnam, Portugal, Kroatien oder Kuba.
Kubanische Musik aus dem 19. Jahrhundert in Berlin 2013. Es geht um Liebe, Eifersucht, den kubanischen Alltag. Lieder, die Ricardo Moreno und seine Bandkollegen von früher kennen, die aber in Kuba nur noch selten gesungen werden - und die Erinnerungen wecken an die Heimat.
Ricardo Moreno, Musiker
"Die Verbindung ist sehr stark mit den Liedern. Wenn ich die Lieder höre, dann rieche ich immer noch den Kaffee zu Hause, als ich Kind war, meine Mutter in der Küche, die Atmosphäre. Ich verbinde sehr viele Bilder und Gerüche mit diesen Songs."
In Kuba sind seine Wurzeln. Berlin ist sein Zuhause. So beschreibt Ricardo Moreno sein Heimatgefühl. Das Trio ist Teil des Projekts "Heimatlieder", an dem Musiker aus 13 Nationen teilnehmen.
Viele sind Einwanderer wie Ricardo Moreno, der mit 21 Jahren nach Ost-Berlin kam, in einer Textilfabrik arbeitete und nach der Wende Musiker wurde.
Jochen Kühling hatte die Idee zu diesem Projekt. Monatelang ist der Musikproduzent durch Kneipen und Vereinslokale gezogen, auf der Suche nach der Musik, die Menschen wie Ricardo nach Deutschland brachten. Wie eine Weltreise sei das gewesen. Die Leidenschaft und Selbstverständlichkeit, mit der diese Musik gepflegt wird, hat ihn überrascht. Jochen Kühling ist überzeugt, dass diese "Heimatlieder" auf die große Bühne gehören als Teil einer neuen deutschen Kultur.
Jochen Kühling, Musikproduzent
"Was über die klassischen Volksliedshows da rübergebracht wird, ist ja sehr kitschig. Das, was wir hier, ist nicht kitschig, das ist musikalisch extrem hochwertig. Das hat Seele, und die wird gelebt. Das ist ein ganz neuer Akzent im deutschen Volkslied."
Auch Robert Sokol gehört zu den 120 Berlinern, die bei den "Heimatliedern" mitmachen. Seine Eltern kamen als Gastarbeiter aus Kroatien, er ist in Berlin geboren und aufgewachsen, arbeitet als Fotograf.
Für einen kroatischen Freund fotografiert er im Flughafen Tempelhof Designermöbel. Nach der Arbeit singen beide in einem kroatischen Chor. Eine Auszeit vom Alltag sei das für ihn, gelebte Tradition in der Großstadt.
Robert Sokol, Fotograf
"Ich kenne es als kleines Kind von meinen Großeltern auf dem Hof auf dem Dorf. Da haben sich meine Onkels abends auf dem Hof getroffen und da wurde gesungen. Erst Fußball geguckt und dann gesungen."
In Bahnhöfen oder unter Brücken treffen sie sich zum gemeinsamen Singen. Wegen der besonderen Akustik. Klapa, das ist a-capella-Gesang, der ursprünglich von Bauern und Fischern an der dalmatinischen Küste gesungen wurde und heute Weltkulturerbe ist.
Klapa heißt Clique, Gemeinschaft - und darum geht es vor allem beim Singen im Klapa-Chor.
Robert Sokol, Fotograf
"Wir kommen aus verschiedenen Richtungen, will nicht sagen aus verschiedenen politischen Lagern, aber jeder hat so seine Meinung. Aber man hat das Gefühl, an dem Punkt treffen wir uns, weil wir einen Konsens finden müssen, weil wir diese Note halten müssen, um diese Melodie zu halten. Das ist schon gigantisch."
Am Montag werden sie statt in der U-Bahn in der Komischen Oper singen, zusammen mit Kubanern, Vietnamesen oder Koreanern. Eine Entdeckungsreise in die Welt der Berliner Heimatmusik.
Autorin: Birgit Wolske
Ricardo Moreno, Musiker
"Die Verbindung ist sehr stark mit den Liedern. Wenn ich die Lieder höre, dann rieche ich immer noch den Kaffee zu Hause, als ich Kind war, meine Mutter in der Küche, die Atmosphäre. Ich verbinde sehr viele Bilder und Gerüche mit diesen Songs."
In Kuba sind seine Wurzeln. Berlin ist sein Zuhause. So beschreibt Ricardo Moreno sein Heimatgefühl. Das Trio ist Teil des Projekts "Heimatlieder", an dem Musiker aus 13 Nationen teilnehmen.
Viele sind Einwanderer wie Ricardo Moreno, der mit 21 Jahren nach Ost-Berlin kam, in einer Textilfabrik arbeitete und nach der Wende Musiker wurde.
Jochen Kühling hatte die Idee zu diesem Projekt. Monatelang ist der Musikproduzent durch Kneipen und Vereinslokale gezogen, auf der Suche nach der Musik, die Menschen wie Ricardo nach Deutschland brachten. Wie eine Weltreise sei das gewesen. Die Leidenschaft und Selbstverständlichkeit, mit der diese Musik gepflegt wird, hat ihn überrascht. Jochen Kühling ist überzeugt, dass diese "Heimatlieder" auf die große Bühne gehören als Teil einer neuen deutschen Kultur.
Jochen Kühling, Musikproduzent
"Was über die klassischen Volksliedshows da rübergebracht wird, ist ja sehr kitschig. Das, was wir hier, ist nicht kitschig, das ist musikalisch extrem hochwertig. Das hat Seele, und die wird gelebt. Das ist ein ganz neuer Akzent im deutschen Volkslied."
Auch Robert Sokol gehört zu den 120 Berlinern, die bei den "Heimatliedern" mitmachen. Seine Eltern kamen als Gastarbeiter aus Kroatien, er ist in Berlin geboren und aufgewachsen, arbeitet als Fotograf.
Für einen kroatischen Freund fotografiert er im Flughafen Tempelhof Designermöbel. Nach der Arbeit singen beide in einem kroatischen Chor. Eine Auszeit vom Alltag sei das für ihn, gelebte Tradition in der Großstadt.
Robert Sokol, Fotograf
"Ich kenne es als kleines Kind von meinen Großeltern auf dem Hof auf dem Dorf. Da haben sich meine Onkels abends auf dem Hof getroffen und da wurde gesungen. Erst Fußball geguckt und dann gesungen."
In Bahnhöfen oder unter Brücken treffen sie sich zum gemeinsamen Singen. Wegen der besonderen Akustik. Klapa, das ist a-capella-Gesang, der ursprünglich von Bauern und Fischern an der dalmatinischen Küste gesungen wurde und heute Weltkulturerbe ist.
Klapa heißt Clique, Gemeinschaft - und darum geht es vor allem beim Singen im Klapa-Chor.
Robert Sokol, Fotograf
"Wir kommen aus verschiedenen Richtungen, will nicht sagen aus verschiedenen politischen Lagern, aber jeder hat so seine Meinung. Aber man hat das Gefühl, an dem Punkt treffen wir uns, weil wir einen Konsens finden müssen, weil wir diese Note halten müssen, um diese Melodie zu halten. Das ist schon gigantisch."
Am Montag werden sie statt in der U-Bahn in der Komischen Oper singen, zusammen mit Kubanern, Vietnamesen oder Koreanern. Eine Entdeckungsreise in die Welt der Berliner Heimatmusik.
Autorin: Birgit Wolske


