Fotografie -
Früher Todesstreifen, heute Touristenattraktion: Auf dem Flohmarkt am Mauerpark finden Berliner, Zugereiste und Touristen Dinge, die sie nie gesucht haben. Der Fotograf Thomas Henk Henkel hat die Schatzsucher für seinen neuen Bildband über die Magie des Mauerparks porträtiert.
Jeden Sonntag findet eine Völkerwanderung durch die Bernauer Straße in den Mauerpark statt, obwohl er genau genommen gar kein Park ist, vielmehr eine Brache mit übernutzter Wiese. Dennoch überrennen seit Jahren jeden Sommer zig Tausende Besucher den alten Todesstreifen und machen ihn zum Hippie-Ballermann.
Letzten Sonntag aber regnete es in Strömen, was hier natürlich niemanden davon abhält wenigstens zum Flohmarkt in den Park zu pilgern. Der Fotograf Thomas Henk Henkel kam über ein Jahr bei Wind und Wetter.
Und im Stile eines Wanderfotografen aus dem 19. Jahrhundert erschuf er in dieser Woodstock-Atmosphäre sein "ambulantes fotografisches Atelier". Entdeckt hat er diesen Ort, als er mit seinem Sohn dessen Spielzeug verkaufen wollte.
Thomas Henk Henkel, Fotograf
"Das war das erste Mal, dass ich auf dem Mauerpark-Flohmarkt war, und ich war fasziniert von den Menschen, die an uns vorbeizogen. Und als Fotograf habe ich gesagt, eigentlich musst du hier Fotos machen und kein Lego verkaufen."
Nun hat sich der Fotograf in dieses Kuriositätenkabinett verschossen. Jasmin aus dem Schwarzwald ist gerade nach Berlin gezogen und hat für ihre Wohnung ein Dammhirsch-Geweih erstanden. Henkels Konzept: die Menschen gemeinsam mit ihrem Fundstück zu porträtieren.
Thomas Henk Henkel, Fotograf
"Hier auf dem Mauerpark ist es eine Mischung aus Reportage-Fotografie und Studiofotografie, und das finde ich so faszinierend. Also, die Leute kommen ins Zelt, lassen sich darauf ein, nehmen dann auf dem Hocker Platz, und in dem Moment ist es für sie etwas ganz Besonderes, und manchmal spürt man das auch in den Gesichtern."
Jäger und Sammler unter sich - auf diesem Flohmarkt gibt es statt Trödel überwiegend Plunder, aber dafür ganz besondere Gestalten.
Dan kommt aus Brasilien. Er ist Zauberer und auf der Durchreise, ein schräger Vogel und Tourist in Personalunion.
Dan, Zauberer
"Ich bin Künstler, ich bin Zauberer, und für die Shows bei denen ich im Zirkus arbeite, brauche ich immer spezielle Kostüme und andere Klamotten, und hier ist der perfekte Ort um all so was zu finden."
So ist der Bildband "Schatzsucher" letztlich auch ein Portrait der internationalen Szene- und Künstlerhochburg Berlin. Aber es gibt auch Menschen jenseits der neuen Hipster-Welt. Norbert zum Beispiel lebt von Hartz IV und kauft früh morgens Kram, den er später teuerer weiterverkauft.
Thomas Henk Henkel, Fotograf
"Man kann die Menschen ja nicht in irgendeine Schublade stecken, aber gerade auf dem Mauerpark triffst du Künstler, Lebenskünstler, Überlebenskünstler, Träumer. Also, der Titel 'Schatzsucher' ist ja auch ein bisschen inspiriert davon, dass wir alle auf der Suche sind."
So ist Thomas Henk Henkels Arbeit wie Germany's Next Topmodel für die Randfiguren, eine alternative Liste im alten Todesstreifen.
Autor: Sascha Hilpert
Letzten Sonntag aber regnete es in Strömen, was hier natürlich niemanden davon abhält wenigstens zum Flohmarkt in den Park zu pilgern. Der Fotograf Thomas Henk Henkel kam über ein Jahr bei Wind und Wetter.
Und im Stile eines Wanderfotografen aus dem 19. Jahrhundert erschuf er in dieser Woodstock-Atmosphäre sein "ambulantes fotografisches Atelier". Entdeckt hat er diesen Ort, als er mit seinem Sohn dessen Spielzeug verkaufen wollte.
Thomas Henk Henkel, Fotograf
"Das war das erste Mal, dass ich auf dem Mauerpark-Flohmarkt war, und ich war fasziniert von den Menschen, die an uns vorbeizogen. Und als Fotograf habe ich gesagt, eigentlich musst du hier Fotos machen und kein Lego verkaufen."
Nun hat sich der Fotograf in dieses Kuriositätenkabinett verschossen. Jasmin aus dem Schwarzwald ist gerade nach Berlin gezogen und hat für ihre Wohnung ein Dammhirsch-Geweih erstanden. Henkels Konzept: die Menschen gemeinsam mit ihrem Fundstück zu porträtieren.
Thomas Henk Henkel, Fotograf
"Hier auf dem Mauerpark ist es eine Mischung aus Reportage-Fotografie und Studiofotografie, und das finde ich so faszinierend. Also, die Leute kommen ins Zelt, lassen sich darauf ein, nehmen dann auf dem Hocker Platz, und in dem Moment ist es für sie etwas ganz Besonderes, und manchmal spürt man das auch in den Gesichtern."
Jäger und Sammler unter sich - auf diesem Flohmarkt gibt es statt Trödel überwiegend Plunder, aber dafür ganz besondere Gestalten.
Dan kommt aus Brasilien. Er ist Zauberer und auf der Durchreise, ein schräger Vogel und Tourist in Personalunion.
Dan, Zauberer
"Ich bin Künstler, ich bin Zauberer, und für die Shows bei denen ich im Zirkus arbeite, brauche ich immer spezielle Kostüme und andere Klamotten, und hier ist der perfekte Ort um all so was zu finden."
So ist der Bildband "Schatzsucher" letztlich auch ein Portrait der internationalen Szene- und Künstlerhochburg Berlin. Aber es gibt auch Menschen jenseits der neuen Hipster-Welt. Norbert zum Beispiel lebt von Hartz IV und kauft früh morgens Kram, den er später teuerer weiterverkauft.
Thomas Henk Henkel, Fotograf
"Man kann die Menschen ja nicht in irgendeine Schublade stecken, aber gerade auf dem Mauerpark triffst du Künstler, Lebenskünstler, Überlebenskünstler, Träumer. Also, der Titel 'Schatzsucher' ist ja auch ein bisschen inspiriert davon, dass wir alle auf der Suche sind."
So ist Thomas Henk Henkels Arbeit wie Germany's Next Topmodel für die Randfiguren, eine alternative Liste im alten Todesstreifen.
Autor: Sascha Hilpert


