Sie sind hier:
rbbonline | Archiv

So poetisch wie ihr Name klingen auch ihre Lieder: Maike Rosa Vogel hat ihr drittes Album veröffentlicht – mit gesungenen Geschichten über die Liebe und das Leben. In Berlin ist sie zurzeit auch im Maxim-Gorki-Theater zu sehen.
Maike Rosa Vogel: "Für fünf Minuten"
Wir haben geraucht wie kleine Schlote und waren viel draußen in der Nacht.
Man kann Filme drüber machen, die einem keiner glaubt und Lieder drüber schreiben, die klingen wie geklaut.
Für fünf Minuten hatte ich keine Angst vor gar nichts, wer kann das schon von sich behaupten
Sie nennt sich selbst ein Glückskind: Maike Rosa Vogel. Ihre Instrumente: Gitarre, Mundharmonika. Ihre Musik: Country. Ihre Texte sind wie kleine Geschichten aus ihrem Leben.
Maike Rosa Vogel, Musikerin
"In erster Linie wünsche ich mir immer verstanden zu werden, aber auch dass Leute das hören und sich auch verstanden fühlen, weil das hat Musik bei mir immer ausgelöst. Also, wenn es gut war, das hat mir auch total geholfen. Und aus so einem Gefühl heraus mache ich das auch, irgendetwas auszudrücken, was einem quer liegt und damit aber auch verstanden zu werden."
Mit 14 gründet sie ihre erste Band, später geht sie auf die Popakademie in Mannheim - doch Mainstream lehnt sie ab. Sie flüchtet nach Berlin, nimmt ihre ersten Lieder alleine auf. Jetzt hat sie ihr drittes Album produziert - im Studio. Trotz allem "technischen Firlefanz", bleibt ihre Musik immer ein Spiegel ihrer Seele.
Maike Rosa Vogel
"Ich bin generell willig alles zu teilen, ich habe da wenig Hemmungen, und da wo ich Hemmungen habe, würde ich auch nicht drüber schreiben."
Da war so viel Freiheit und so viel Punk. Ich konnte machen, was ich wollte.
Aber was ich wollte, hat immer so weh getan, so weh getan.
Nach einem Auftritt im Radio bekommt sie einen Anruf von Sven Regener. Er engagiert sie als Vorband für seine Tour. Dann holt sie Milan Peschel ans Maxim-Gorki-Theater. Und für Doris Dörrie hat sie die Musik zum Film "Glück" gemacht. Langsam finden sich die Leute, die ihre Musik mögen:
Maike Rosa Vogel
"Wenn ich dann auf der Popakademie vor 150 Kommilitonen meine Sachen gespielt habe, da habe ich kein Schulterklopfen bekommen, da haben sich die Leute eher so verlegen weggedreht."
Geboren ist Maike Rosa Vogel in Frankfurt am Main. In einer gesangsfreudigen 68er Familie. Ihr Zweitname Rosa soll an Rosa Luxemburg erinnern. So dankbar sie für die Freiheit ist, die ihre Eltern ihr gegeben haben, ein bisschen mehr Ansporn hätte sie sich schon gewünscht.
Maike Rosa Vogel
"Generell würde ich jetzt sagen, dass es mir gut getan hätte, wenn mal jemand früher meinen Ehrgeiz geweckt hätte. Ich komme irgendwie aus so einer Kultur, wo immer nur alle alles im zweiten Gang gemacht haben, wo es verpönt war so Vollgas zu geben."
Von der Musik leben zu können - damit hat sie sich und ihrer Familie einen Traum erfüllt.
Maike Rosa Vogel
"Es macht auch alles noch mehr Spaß, wenn man weiß, dass man damit irgendwie seine Familie ernährt. Und ich wünsche mir eigentlich für meine Tochter, dass sie total Bock auf Konfrontationen hat, ich habe immer das Gefühl, mir ist das irgendwie so abgewöhnt worden. Und ich habe dadurch so viele Umwege machen müssen, ich habe eigentlich Bock, dass sich meine Tochter gegen alles wehrt, gegen alles."
Authentisch, ehrlich, kraftvoll: Musik wie ein Tagtraum.
Maike Rosa Vogel: "Für fünf Minuten"
Ein Hoch auf die Freiheit und das Unvollkommensein,
ein Hoch auf alle Fehler machen und nicht wirklich stolz drauf sein,
ein Hoch auf einfach mal nach draußen gehen und erst später fragen wieso.
Autorin: Wiebke Keuneke
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/stilbruch/archiv/stilbruch_vom_07_06/maike_rosa_vogel_album.html