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STILBRUCH
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Do 10.11.11 22:15

Ausstellung

Für immer Jung - 50 Jahre Deutscher Jugendfotopreis

Was junge Menschen bewegt, was sie interessiert, wie sie sich selbst und die Welt um sich herum sehen- das dokumentiert zuverlässig der Deutsche Jugendfotopreis. Und das seit 50 Jahren. Die Jubiläumsausstellung im Deutschen Historischen Museum zeigt uns jetzt 50 Jahre deutsche Jugendkultur.

Blicke und Erinnerungen aus 50 Jahren. Selbstdarsteller, Krawalle, Mode, Politik. Was interessiert junge Menschen? Was ist gesellschaftlich und politisch angesagt? Stimmungen, Strömungen, ein kurzer Moment - intime Einblicke. 50 Jahre deutscher Jugendfotopreis, das ist vor allem ein Blick auf 50 Jahre Jugendkultur. Der Berliner Fotograf Rudi Meisel ist 21, als er dieses Bild in London macht.

Rudi Meisel, Fotograf
"London war für mich mit ein bisschen Englisch im Kopf einfach ein unglaubliches Erlebnis, in dieser Stadt in der alles anders läuft, in der man spürt, dass es eine Stadt ist, in der Geschichte gemacht wurde. Da rum zu laufen, einfach zu entdecken - vor lauter Bildern wusste ich gar nicht, was ich zuerst fotografieren soll. Ich habe eigentlich auch in dieser Zeit die Fotografie für mich entdeckt."

Neben der großen Politik im kalten Krieg, wird in den 70er Jahren Atomkraft ein Thema. Im amerikanischen Harrisburg kommt 1979 fast zur Katastrophe. Der Unfall stärkt die Atomkraftgegner und ihren Einsatz für die Umwelt. Der Protest gegen die Stationierung atomarer Mittelstreckenraketen und gegen festgefahrene gesellschaftliche Strukturen bestimmen die späten 80er Jahre. Julian Röder reist 2001 noch als Demonstrant zum G-8 Gipfel nach Genua. Er fotografiert den Widerstand gegen das Treffen der Mächtigen. Mit diesem Foto gelingt ihm der Durchbruch als Fotograf.

Julian Röder, Fotograf
"An den Bildern gegen die Treffen der G8 Gipfel interessiert mich die direkte Gegenüberstellung von Macht und Multitute - das die Macht da steht und versucht sich ab zu schotten mit großen Sicherheitsaufwand und großen, roten Sicherheitszonen und dann die Leute, die versuchen zu protestieren und in diese Zone einzudringen - Das ist einfach ein sehr klares Bild."

Neben Politik und Rebellion blicken die jungen Fotografen auch immer auf sich selbst, den Zeitgeist, die Popkultur. Große Musikfestivals oder der kompromisslose Punk prägen die Fotos der 60er und 70er Jahre. Später geht es um Konsumkritik. Deutschland schlittert in eine Wirtschaftskrise. Die im Boom angeworbenen Gastarbeiter werden nicht mehr gebraucht. Sie bleiben trotzdem. Matthias Eberle gewinnt den deutschen Jugendfotopreis 1988 mit schwarz-weißen Lichtfotos.

Matthias Eberle, Fotograf
"Ich komme aus einem kleinem Dorf auf dem Land, wo man von so etwas wie Berufsfotografie sehr, sehr weit weg war, abgesehen vom Passbildstudio. Wenn ich nicht in diese Zusammenhänge da reingekommen wäre und andere Leute kennengelernt hätte die älter waren und das auch beruflich nicht gemacht hätten, und auch erzählen konnten, wie das ist, dann wäre ich wahrscheinlich nicht in die Fotografie soweit eingestiegen, dass ich mich entschlossen habe, Fotografie zu studieren."

50 Jahre deutscher Jugendfotopreis, das sind 50 Jahre deutsche Geschichte in 10.000 Bilder. Bilder, die noch heute so jung sind, wie damals.

Autorin: Yvonne von Kalinowsky

Dieser Text gibt den Sachstand vom 10.11.2011 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Infos im WWW

Ausstellung: Für immer Jung - 50 Jahre Deutscher Jugendfotopreis

12.11.2011 - 5.2.2012
Täglich 10-18 Uhr
Deutsches Historisches Museums
Unter den Linden 2
10117 Berlin-Mitte
Eintritt: 6,- € (Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Eintritt frei)

[dhm.de]

© Rundfunk Berlin-Brandenburg

http://www.rbb-online.de/stilbruch/archiv/stilbruch_vom_10_11/fuer_immer_jung__50.html

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