Filmausschnitt aus "Die Welle" Frederick Lau

Neuer Film - Frederick Lau in 'Das Leben ist nichts für Feiglinge'

Früher wollte er Eishockey-Profi werden - doch später entschied sich Frederick Lau für die Schauspielerei. Für seine Rolle in "Die Welle" erhielt er 2008 den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Bester Nebendarsteller. Jetzt ist er wieder im Kino zu sehen.

Im Schatten des Bierpinsels ist Schauspieler Frederick Lau groß geworden. Und hier lebt er immer noch. Während seine Schauspielkollegen alle in Szene-Bezirken wohnen, bleibt der 23-Jährige lieber seiner alten Heimat Steglitz treu.

Frederick Lau, Schauspieler
"Mich zieht es halt auch nicht da hin, wo alle wohnen. Wenn Du da auf der Straße bist, musst Du die immer alle grüßen und man darf auch da morgens um sechs nicht mehr auf der Straße rumlaufen. Und hier darfst du das."


Denn in Steglitz interessiert es irgendwie niemanden, dass Frederick Lau ein bekannter Schauspieler ist. Bereits mit 16 Jahren zieht er hier in eine eigene, kleine Wohnung.

Zuhause ist Frederick selten. Meist reist er von einem Filmset zum nächsten. Für "Das Leben ist nichts für Feiglinge" ging es sogar bis nach Dänemark. In dem Film spielt er den Schulabbrecher Alex, der mit seiner Freundin durchbrennt. Schuld daran sind nicht nur die Hormone: Das Verhältnis zwischen Alex und seinen versnobten Eltern ist alles andere als harmonisch.

Filmszene aus "Das Leben ist nichts für Feiglinge"

Alex: "Was macht ihr eigentlich mit dem ganzen Scheiß, wenn es keiner aufisst, ist doch viel zu viel."
Vater: "Du kannst auch gerne auf Deinem Zimmer essen."
Ales: "Warum? Ist doch super hier. Ihr seid doch richtige party people, dynamisch, erfolgreich, alt."


Frederick Lau selbst versteht sich gut mit seinen Eltern. Wenn er Zuhause ist, besucht er seine Mutter täglich, sie besitzt in Steglitz ein Café.

Noch heute ist der Schauspieler seinen Eltern dankbar für ihr Vertrauen. Statt darauf zu pochen, dass er Abi machen muss, darf Frederick sich nach dem Realschulabschluss ganz der Schauspielerei widmen.

Frederick Lau, Schauspieler
"Ich mache ja auch schon immer das, was ich will, aber meine Eltern geben mir auch den Freiraum oder haben mir den Freiraum gegeben. Mittlerweile bin ich ja schon alt, jetzt muss ich nicht mehr fragen."


Dabei wäre Frederik beinahe gar nicht Schauspieler, sondern Profisportler geworden. Als kleiner Junge war er nicht nur Berliner Judomeister, sondern auch auf dem Eis ein Crack. Durch Zufall landet er mit zehn Jahren zum ersten Mal vor der Kamera. Als Teenager entscheidet er sich endgültig für die Schauspielerei.

Frederick Lau, Schauspieler
"So ab 16 musste ich mich auch entscheiden, was gibt mir mehr - der Sport? Ich vermisse das Gewinnen so unglaublich, ich träume immer noch vom Eishockey. Oder was erfüllt mich mehr als Mensch? Und da habe ich gedacht: Nach dem Drehtag, da komme ich mit einem Lachen nach Hause, also wenn es ein schöner Drehtag war, komme ich mit einem Lachen nach Hause und denke wie toll ist denn das gelaufen, und man fühlt sich wohl, ja."


Die richtige Entscheidung. Zwei Jahre später wird Frederick als bester Nebendarsteller mit der Lola ausgezeichnet.

Damals bekommt er den Preis für die Darstellung eines psychopathischen Außenseiters. Obwohl privat ganz unkompliziert, spielt er auf der Leinwand gerne schwierige Charaktere.

Frederick Lau, Schauspieler

"Ich mag jetzt nicht so Rollen spielen, die so einen Jungen beschreiben und der nicht selber irgendwie was Besonderes hat und der eine geile Entwicklung macht, der sozusagen hier ist und dann nach da kommt. Und er kann auch wieder fallen nach unten."


Inzwischen hat Frederick Lau schon in rund 60 Kino- und Fernsehproduktionen mitgespielt - eine steile Karriere, aber mit 23 Jahren ist das wohl erst der Anfang.


Autorin: Kathrin Schwiering