Neuer Film -
Das "Achtung Berlin" Festival zeigt Filme, die in Berlin entstanden sind und in Berlin spielen. Wie der Dokumentarfilm über Dragan Wende. Der Jugoslawe war früher ein Held der Halbwelt im Westberliner Nachtleben - bis ihm der Mauerfall die Geschäfte vermasselte.
Er sieht zwar aus wie der Boss, ist aber nur der Türsteher: Dragan Wende ist dennoch eine "Halbwelt-Größe".
Das hintere Ende vom Kudamm. Hier ist Lena Müller aufgewachsen und hier hat sie den Anti-Helden für ihren Debütfilm aufgespürt.
Lena Müller, Regisseurin
"Also, der hat vom Türsteher zum Barkeeper - der kannte einfach alle und alle kannten Dragan Wende. Und es hieß eben immer über ihn: Er ist ja nun nicht besonders groß und es hieß immer: Dragan Wende, wenn der zehn Zentimeter größer wäre - das wäre Al Pacino geworden."
Dragans Vater kam in den 60ern als Gastarbeiter aus Belgrad nach West-Berlin, ein Steinmetz. Sein Sohn folgte ihm 1976 und ging sofort auf im West-Berliner Partyleben, er arbeitete für Rolf Eden.
Filmszene aus "Dragan Wende"
"Mein Ku'damm, mein Ku'damm. Ku'damm bleibt einfach Ku'damm."
Lena Müller, Regisseurin
"Dragan Wende sagt ja immer: Der Ku'damm war früher so voll, da konnte man nur sagen: Pardon, Pardon, Pardon. Da konnte man an keinem vorbeigehen. Man konnte nicht mehr laufen."
Im Vergleich zu damals ist der Ku'damm "mausetot" und Dragan keine große Nummer mehr, dennoch ist er im Kiez bekannt.
Filmszene aus "Dragan Wende"
"Dragan Wende, das ist ein cooler Typ. Unser jugoslawischer Pass war der Beste, kommst du da vorne, guckst du: Willkommen. Wer hat das gemacht? Onkel Tito. Er hat gesagt zu Honecker, ich bin Kommunist, du bist Kommunist. Die einzigen waren die Jugoslawen, wo haben sie nicht bezahlt, Übergang über die Grenze."
Lena Müller, Regisseurin
"Jugoslawien war ja blockfrei und insofern konnte man als Jugoslawe viel leichter nach Ostberlin als jeder Westberliner, musste kein Visum beantragen, man musste kein Geld wechseln, gar nichts. Die haben einfach in Saus und Braus gelebt."
Der Mauerfall beendet die goldenen Zeiten von Dragan, seinen besonderen Status. Jetzt sucht die dritte Generation das Glück in West-Berlin. Dragans Neffe aus Belgrad ist zu Besuch um den Erzählungen über seinen legendären Onkel nachzuspüren.
Filmszene aus "Dragan Wende"
"Du musst arbeiten. Endlich dein eigenes Geld verdienen."
"Du willst also, dass ich Dich am Sonntag im Puff ersetze?"
Onkel Dragan lernt den Neffen an. Er soll in seine Fußstapfen treten. Street-Manager nennt sich das, was Wende heute macht, nachdem die eigenen Kneipen alle floppten - Einblick ins Milieu.
Lena Müller, Regisseurin
"Natürlich bedient es ein voyeuristisches Verlangen der Zuschauer, also Halbwelt und Rotlichtmilieu weckt ja immer Phantasien, ob abstoßende, aber auf jeden Fall Phantasien."
Dragans Vater, einst stolzer Gastarbeiter, ein Steinmetz, der halb West-Berlin mit aufbaute, lebt längst wieder in Belgrad, als er schließlich seinen Sohn besucht, ist er über dessen Tätigkeit verblüfft.
Filmszene aus "Dragan Wende"
"Ist das dein Arbeitsplatz? Wo ist denn dein Schreibtisch? Die Arbeit würde ich nicht mal für 100 euro die Stunde machen. Warum? Weil es entwürdigend ist."
Es ist ein Mikrokosmus der besonderen Art.
Lena Müller, Regisseurin
"Die haben sich nicht wegbewegt von ihrem Adenauerplatz, die haben sich nicht wegbewegt von ihrem Umfeld. Und man hat das Gefühl, man ist immer noch irgendwie zwischen 1975 und 1988, der Kleidungsstil, die Art zu reden."
"Dragan Wende" - ein bizarrer Film, der ein fast vergessenes und doch seltsam konserviertes Stück West-Berlin zeigt.
Autor: Sascha Hilpert
Das hintere Ende vom Kudamm. Hier ist Lena Müller aufgewachsen und hier hat sie den Anti-Helden für ihren Debütfilm aufgespürt.
Lena Müller, Regisseurin
"Also, der hat vom Türsteher zum Barkeeper - der kannte einfach alle und alle kannten Dragan Wende. Und es hieß eben immer über ihn: Er ist ja nun nicht besonders groß und es hieß immer: Dragan Wende, wenn der zehn Zentimeter größer wäre - das wäre Al Pacino geworden."
Dragans Vater kam in den 60ern als Gastarbeiter aus Belgrad nach West-Berlin, ein Steinmetz. Sein Sohn folgte ihm 1976 und ging sofort auf im West-Berliner Partyleben, er arbeitete für Rolf Eden.
Filmszene aus "Dragan Wende"
"Mein Ku'damm, mein Ku'damm. Ku'damm bleibt einfach Ku'damm."
Lena Müller, Regisseurin
"Dragan Wende sagt ja immer: Der Ku'damm war früher so voll, da konnte man nur sagen: Pardon, Pardon, Pardon. Da konnte man an keinem vorbeigehen. Man konnte nicht mehr laufen."
Im Vergleich zu damals ist der Ku'damm "mausetot" und Dragan keine große Nummer mehr, dennoch ist er im Kiez bekannt.
Filmszene aus "Dragan Wende"
"Dragan Wende, das ist ein cooler Typ. Unser jugoslawischer Pass war der Beste, kommst du da vorne, guckst du: Willkommen. Wer hat das gemacht? Onkel Tito. Er hat gesagt zu Honecker, ich bin Kommunist, du bist Kommunist. Die einzigen waren die Jugoslawen, wo haben sie nicht bezahlt, Übergang über die Grenze."
Lena Müller, Regisseurin
"Jugoslawien war ja blockfrei und insofern konnte man als Jugoslawe viel leichter nach Ostberlin als jeder Westberliner, musste kein Visum beantragen, man musste kein Geld wechseln, gar nichts. Die haben einfach in Saus und Braus gelebt."
Der Mauerfall beendet die goldenen Zeiten von Dragan, seinen besonderen Status. Jetzt sucht die dritte Generation das Glück in West-Berlin. Dragans Neffe aus Belgrad ist zu Besuch um den Erzählungen über seinen legendären Onkel nachzuspüren.
Filmszene aus "Dragan Wende"
"Du musst arbeiten. Endlich dein eigenes Geld verdienen."
"Du willst also, dass ich Dich am Sonntag im Puff ersetze?"
Onkel Dragan lernt den Neffen an. Er soll in seine Fußstapfen treten. Street-Manager nennt sich das, was Wende heute macht, nachdem die eigenen Kneipen alle floppten - Einblick ins Milieu.
Lena Müller, Regisseurin
"Natürlich bedient es ein voyeuristisches Verlangen der Zuschauer, also Halbwelt und Rotlichtmilieu weckt ja immer Phantasien, ob abstoßende, aber auf jeden Fall Phantasien."
Dragans Vater, einst stolzer Gastarbeiter, ein Steinmetz, der halb West-Berlin mit aufbaute, lebt längst wieder in Belgrad, als er schließlich seinen Sohn besucht, ist er über dessen Tätigkeit verblüfft.
Filmszene aus "Dragan Wende"
"Ist das dein Arbeitsplatz? Wo ist denn dein Schreibtisch? Die Arbeit würde ich nicht mal für 100 euro die Stunde machen. Warum? Weil es entwürdigend ist."
Es ist ein Mikrokosmus der besonderen Art.
Lena Müller, Regisseurin
"Die haben sich nicht wegbewegt von ihrem Adenauerplatz, die haben sich nicht wegbewegt von ihrem Umfeld. Und man hat das Gefühl, man ist immer noch irgendwie zwischen 1975 und 1988, der Kleidungsstil, die Art zu reden."
"Dragan Wende" - ein bizarrer Film, der ein fast vergessenes und doch seltsam konserviertes Stück West-Berlin zeigt.
Autor: Sascha Hilpert


