- Kulturtipps mit Inga Pylypschuk

Tipp 1: "Berliner Unterwelten"
Tipp 2: Ausstellung "Open Monument"
Tipp 3: Kurzfilmfestival "xposed"

Stadtteilzeitungen waren gestern, heute findet Lokaljournalismus im Internet statt. "zoom-berlin" heißt ein preisgekröntes Portal, das sich nur um die Kreuzberger Oranienstrasse dreht. Und eine der Macherinnen stellt uns in dieser Woche ihre Kulturtipps vor.

"Maz ab"

Inga Pylypchuk stammt aus Kiew. Seit 5 Jahren lebt sie in Berlin, aktuell besucht sie die Axel-Springer-Journalistenschule. Das Projekt "zoom-berlin" ist Teil ihrer Ausbildung. Mit Videos, interaktiven Graphiken aber auch klassischen Reportagen dokumentieren sie und ihre Kollegen die Entwicklungen längs der Oranienstraße. "Hyperlokal" lautet ihr Motto – grosse Entwicklungen in kleinen Ereignissen zu zeigen, und da bieten diese 2,2 Kilometer Berlin jede Menge Stoff.

Und für ihren ersten Kulturtipp geht es ganz tief hinab – in die deutsch-deutsche Vergangenheit.

Das Weddinger Ende der Brunnenstrasse soll ja die neueste In-Meile Berlins sein, aber noch sind die Spuren der geteilten Stadt hier allgegenwärtig.

Inga Pylypchuk, Journalistin
"Ich bin jetzt an einem besonderen Ort, dem Theater der Unterwelten. Hier wird ein neues Stück präsentiert, "Im Tunnel", und das ist eine sehr besondere Veranstaltung, weil man jetzt die Grenze noch einmal überschreiten kann, wenn man das Stück sieht."

Im Keller einer ehemaligen Brauerei inszenieren die Berliner Unterwelten ein Stück über DDR Bürger, die durch einen Tunnel nach Westberlin flüchten wollen. Ein düsteres Kapitel deutscher Geschichte und ein theatralischer Lichtblick.

Ist das Kunst oder kann das weg? – Inga Pylypchuk nimmt uns mit auf das Brachgelände an der Cuvrystrasse in Kreuzberg. Das dient momentan als Außenstelle des Kunstquartiers Bethanien. Die Ausstellung "Open Monument" präsentiert vergängliche Denkmäler im öffentlichen Raum. Wie dieses Haus auf Zeit, das sich mit seinen Benutzern immer weiter verändert.

Inga Pylypchuk, Journalistin
"Ich finde die Idee dieser Installation ganz toll, weil sie nicht nur in einem sterilen Künstlerhaus zu sehen ist, sondern hier unter freiem Himmel, in Berlin, und wenn die Kunst und das Leben zusammenkommen, ist es am spannendsten, finde ich."

Als Filmkritikerin hat Inga eine eigene Kino-Kolumne. Das Kreuzberger Moviemento ist ihr Lieblingskino. Hier trifft sie die Macher des Festivals "xposed" – einem queeren Kurzfilmfestival, das den Auftakt zu den schwul-lesbischen Festwochen im Juni macht. Gezeigt werden neue und alte Kurzfilme, die die Veranstalter mit viel Liebe in der ganzen Welt aufgespürt haben.

Inga Pylypchuk, Journalistin
"Kann euer Festival auch für das Massenpublikum interessant sein?"

Michael Stuetz, Festivalmacher
"Absolut. Die Filme machen wahnsinnig Spass. Es sind sicher nicht die einfachsten Filme..."

Bart Sammut, Festivalmacher
"…manchmal verstehe ich auch nicht, was auf der Leinwand passiert. Dann denke ich auch "Oh gott, superlustig" – und ich glaube, andere Leute auch."


Autor: Lutz Ehrlich