Musik - Ohrbooten

Angefangen haben sie als Straßenmusiker, die vor den Cafés in Kreuzberg oder Friedrichshain Coverversionen sangen. Seit zehn Jahren steht die Berliner Band "Ohrbooten" für tiefenentspannten Hauptstadtreggae mit gutgelaunten Texten. Nun kommt ihr viertes Album heraus.

Für die Ohrbooten bedeutet Musik Freiheit – das ehrliche Gefühl, wenn Zuschauer und Musiker dieselbe Bühne teilen. Seit 10 Jahren machen Ben, Matze und Onkel zusammen Musik. Die Straße hat ihnen immer geholfen:

Ben, Sänger "Ohrbooten"
"Wenn man spielen will, wenn man jung ist, die Straße ist da, das Wetter ist gut: Zack raus und spielen!"

2003 werden die Berliner Jungs von den Toten Hosen entdeckt, bekommen einen Plattenvertrag und landen mit "An alle Ladies" ihren ersten Hit. Die Ohrbooten sind da, wo sie immer sein wollten.

Onkel, Drummer "Ohrbooten" 
"Woran ich mich erinnern kann, dass wir unser erstes Berlin-Konzert gespielt haben und das war ausverkauft. Wenn da 2500 Leute stehen, dann ist das schon richtig geil."

Doch von den großen Bühnen müssen sie sich bald wieder verabschieden. Ihre nächsten Alben verkaufen sich kaum. Der Plattenvertrag ist weg, die Band in der Krise.

Matze, Gitarrist "Ohrbooten"
"Als ich so vor eineinhalb Jahren überhaupt kein Geld hatte, bin ich dann in der U-Bahn und in Cafes gegangen, habe dann da gespielt und damit Kohle verdient. Einen Plan B gibt es eigentlich nicht."

Letztes Jahr wagen die Ohrbooten einen Neuanfang. Sie wollen es noch ein mal wissen, ein neues Album wird geplant. Ben und Matze gehen auf Weltreise und suchen nach Inspiration: 

Matze, Gitarrist "Ohrbooten"
"Wir sind zusammen nach Indien gefahren schon mit dem Hintergedanken, lass uns mal an Material arbeiten. Es gab einen Haufen Songideen. Wenn du hier bist, klingelt dauernd das Telefon, du hast du Verpflichtungen. Da lässt es sich einfach effektiver arbeiten."

Mit Unterstützung ihrer Fans und einer neuen Plattenfirma können die Ohrbooten ihr viertes Album "Alles für alle bis alles alle ist" aufnehmen. Der Titel ist Programm. Die Ohrbooten erhoffen sich, endlich von ihrer Musik leben zu können.

Onkel, Drummer "Ohrbooten"
"Wir reißen uns so den Arsch auf, wenn dit nicht klappt, na dann meine Güte wir haben’s probiert…und wenn’s nicht funktioniert, dann hat die Band allet jemacht und mit dem Gedanken kann ick sehr gut leben." 

Und wenn’s nicht klappt, dann bleibt ihnen immer noch die Straße.


Autorin: Hanna Stompe