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rbbonline | Archiv

Tipp 1: Ausstellung "db" im Hamburger Bahnhof
Tipp 2: Knochenbox Club in der Theaterkapelle
Tipp 3: Das offene Atelier "Shoxxxboxxx"
Sie macht Filme aus den Dingen, die andere achtlos wegwerfen: Nikki Schuster sammelt in den Straßen von Berlin Alltagsmüll, Knochen, kaputtes Spielzeug, Zahnstocher - und verwandelt sie per Computer in Filme. Aus ihren Fundstücken baut die aus Österreich stammende Animationsfilmerin phantasievolle Müllkreaturen für ihre Videos.
Jetzt sind die auf der Transmediale und auch auf der kommenden Berlinale zu sehen. Ihre geheimnisvollen Wesen leben an geheimen Orten in dieser Stadt und in einer akustischen Welt, für die Berlin den Beat liefert. Und auch bei ihren Kulturtipps zeigt uns Nicki Schuster neue Dimensionen des Hörens.
Der Kunstraum von Ryoji Ikeda im Hamburger Bahnhof. Nikki Schuster kennt den japanischen Klangkünstler von früheren Installationen.
Nikki Schuster, Animationskünstlerin
"Was ist das Besondere, was er hier konzipiert hat?"
Ingrid Buschmann, Kuratorin
"Wir befinden uns hier in einem weißen Raum mit einem großen Lautsprecher, der eine stehende Sinuswelle in den Raum reinprojeziert."
Sinuswellen, Soundimpulse, Zahlenreihen. Ryoji Ikeda beschäftigt sich mit Klang, Zeit und Raum. Ryoji Ikedas zweite Halle ist vollkommen schwarz. In der Mitte ein gewaltiger Lichtstrahl. Wer diesen Strahl berührt, verändert den gesamten Raum. Nikki Schuster spielt damit.
An den Wänden wieder Ziffernfolgen als Ausdruck der Unendlichkeit.
Nikki Schuster
"Ich finde diese zwei Räume irrsinnig beeindruckend, man bekommt ein wahnsinnig intensives körperliches Gefühl von dieser Räumlichkeit."
Nikki Schuster auf dem Weg zur Theaterkapelle in Friedrichshain. Im Keller der Friedhofskappelle befindet sich die "Knochenbox", ein Club. Ihr Freund Elyas Khan probt für seinen Auftritt. Nikki Schuster mag den punkigen Sound des Singer-Songwriters aus New York.
Die beiden entdeckten die "Knockenbox" zufällig. Jetzt tritt Elyas Khan hier schon zum zweiten Mal auf. Nikki Schuster mag diesen Ort, mit seiner Mischung aus Friedhofs-Athmosphäre und Musikclub.
Nikki Schuster
"Dieser Ort ist speziell, weil er sich in den Katakomben der Theaterkapelle befindet, die wiederum regelmäßig Theateraufführungen macht. Und es gibt auch jeden Dienstag hier noch Bestattungen, also es ist gleich nebenan der Friedhof, also treffen sich hier sozusagen Tote und Lebendige."
Offenes Atelier bei Nikki Schusters Freundin Shu. Die japanische Künstlerin zeigt eigene Arbeiten und die von Freunden. Ihre verspielten Stofftiere näht die Grafikdesignerin selbst – ein Atelier wie ein großes buntes Kinderzimmer. Siebdrucke stellt sie selbst her - ein Kalender mit typisch japanischen Figuren.
Nikki Schuster
"In diesem Raum kann man sich komplett verlieren, es gibt hier irrsinnig viel zu finden und zu entdecken, lauter kleine liebevolle Kreaturen. Also ich bin ganz beeindruckt."
Autorin: Margarete Kreuzer
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/stilbruch/archiv/stilbruch_vom_26_01/kulturtipps_mit_nikki.html