Das historische Rathaus in Frankfurt an der Oder (Quelle: imago/Ralph Peters)

Kritik an Facebook-Post - Frankfurter AfD-Politiker provoziert mit Wehrmachts-Zitat

Der Frankfurter AfD-Stadtverordnete Wilko Möller wird aus der Politik für einen Facebook-Post kritisiert. Dort präsentiert sich Möller als Polizist des Bundesgrenzschutzes in Uniform und mit Gewehr im Arm - in einer Sprechblase steht: "Klagt nicht, kämpft".

Ein Facebook-Post des Frankfurter AfD-Stadtverordneten Wilko Möller sorgt derzeit für Kritik. Ein Bild im Internet zeigt Möller als jungen Polizisten des Bundesgrenzschutzes in Uniform und mit Gewehr im Arm. In einer Sprechblase steht "Klagt nicht, kämpft" - eine Durchhalteparole der Wehrmacht in der Nazizeit aus dem Jahr 1944. Es war die direkte Aufforderung an die Bevölkerung durchzuhalten und zu kämpfen, als Nahrungsmittel und Heizstoffe knapp wurden.

Der Frankfurter AfD-Stadtverordnete Wilko Möller auf seiner Facebook-Seite

Linker Stadtverordneter reagiert mit Unverständnis

René Wilke, Fraktionsvorsitzender der Linken in Frankfurt (Oder) und Mitglied im Landtag, sagte der rbb-Welle Antenne Brandenburg, er sei ziemlich geschockt über die Selbstdarstellung des AfD-Abgeordneten. Die Pose und dieser Wehrmachtsspruch sage doch schon einiges über die Person Möller, so Wilke. Außerdem müssten sich nun alle AfD-Mitglieder fragen, ob sie mit einem solchen Menschen weiter in einer Partei sein möchten. Möller ist Vorsitzender des Kreisverbandes der AfD in Frankfurt (Oder).

Für Rene Wilke ist diese Provokation aber auch Teil der Strategie der AfD. Das sogenannte "Themen aufbrechen" der AfD ziele letztendlich auf mediales Interesse. Er halte den jetzigen Vorgang aber für "völlig geschmacklos". Als Bundespolizist, als Beamter dieses Staates dürfe sich Möller nicht mit Wehrmachts-Sprüchen brüsten, so Wilke.

Möller fühlt sich missverstanden

Möller selbst äußerte am Freitagnachmittag gegenüber dem rbb, er wolle mit diesem Facebook-Post auf die unzulängliche Ausbildung und Ausrüstung der Bundespolizei im Kampf gegen den IS-Terror aufmerksam machen. Er bezog dabei auf einen Facebook-Eintrag des FDP-Politikers Dirk Niebel, der als Reaktion auf die jüngsten Kontrollen in der Bundeswehr ein Bild mit einem stilisierten Wehrmachts-Soldaten und dem Zitat "Klagt nicht, kämpft" gepostet hatte.

Möllers Arbeitgeber zieht Konsequenzen

Die Bundespolizei, der Arbeitgeber von Wilko Möller, hat inzwischen ein Disziplinarverfahren gegen den Beamten eingeleitet. Der Beamte wurde von seinen bisherigen Aufgaben entbunden und einem anderen Aufgabenbereich zugewiesen, erklärte ein Sprecher des Bundes-Innenministeriums schriftlich auf Anfrage des rbb-Studios Frankfurt (Oder). Mit der umgehenden Entbindung von den bisherigen Aufgaben und der Einleitung eines Disziplinarverfahrens seien die zu diesem Zeitpunkt der Ermittlungen in dem vorliegenden Sachverhalt möglichen dienst- und disziplinarrechtlichen Möglichkeiten durch die Bundespolizei ausgeschöpft, heißt es darin. Dieses konsequente Vorgehen entspreche der Anweisung des BMI gegenüber der Bundespolizei zum Umgang mit solchen Einzelfällen. Das umstrittene Bild war dem Arbeitgeber von Kollegen von Möller gemeldet worden.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereKommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren zum Kommentieren von Beiträgen.

2 Kommentare

  1. 1.

    Viel Lärm um nichts. Wie zu hören war, wurde Herr Wilke von einem der üblichen Verdächtigen - einem Politiker der Linken - wegen des vorgeblich suspekten Facebook-Beitrags angeschwärzt. Angeschwärzt trifft es auf den Punkt.

Das könnte Sie auch interessieren

Beim historischen Dampfpflügen in Friedersdorf

Dampf-Pflügen im Oderbruch

Mehr als 10 000 Besucher erwartet das kleine Friedersdorf bei Seelow am nächsten Wochenende. Hier findet nach jahrelanger Pause wieder ein historisches Dampf-Pflügen statt. Von den alten Maschinen gibt es weltweit nur noch ganz wenige.  

Frühstück beim Imker

Süsser geht es nicht - Frühstück mit Honig und Bienen

Wer Honig liebt, darf den Stachel nicht scheuen. Aber der soll ja gar nicht so schlimm sein. Urlauber am Scharmützelsee hatten heute das Glück , Honig zu  frühstücken im Beisein von Bienen und Imker.  Frisch gezapftes "Gold"  aufs Brötchen und Honig für den Kopf.