Musiker Staatsorchester Frankfurt Oder
Staatsorchster bei der Probe

Uraufführung von Siegfried Matthus - Luthers Träume bei den Musikfesttagen

In Frankfurt Oder beginnen die Musikfesttage 2017 gleich mit einem Paukenschlag: Der Uraufführung des neusten Werks des Brandenburger Komponisten Siegfried Matthus. „Luthers Träume“ heißt es, uraufgeführt wird es vom Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt unter der Leitung von Chefdirigent Howard Griffiths.

Es sind keine Albträume, die Siegfried Matthus für das Eröffnungskonzert der Deutsch-Polnischen Musikfesttage an der Oder der komponiert hat. Der Brandenburger Komponist hat ein opulentes Oratorium fast schon Musikdrama geschrieben für eine ganz große Besetzung: Sinfonieorchester, Chor und mehrere Solisten. "Luthers Träume" - so heißt das Stück, das hier uraufgeführt wird. Mitwirkende sind: Bassbariton Robert Koller als Martin Luther und Sopranistin Michaela Kaune als Katharina von Bora. Die Bühne in der Konzerthalle platzt fast vor Musikern.

"Keiner kann sagen, dass er nicht geträumt hat."

Komponist Siegfried Matthus ist sichtlich beeindruckt, als er eine der letzten Proben vor der Premiere besucht: „Mit diesen Träumen wollte ich mir besondere Situationen aus Luthers Leben herausnehmen. Und bei den Träumen kann mir keiner sagen, dass er das nicht geträumt hat!“ Luthers Abkehr vom Ablassgeschäft, seine Auseinandersetzung mit dem Zölibat - solche Wendepunkte in Luthers Leben hat sich der Komponist ausgesucht und umgesetzt. Dabei ist er so nah wie möglich an den großen Reformator herangepirscht: Alle Texte des Oratorium stammen entweder von Luther selbst oder aus der Bibel. Auch so abstoßende Seiten Martin Luthers wie zum Beispiel sein Antisemitismus klammert er dabei nicht aus.

Moderne und klassische Entdeckungen

Musikalisch bleibt Matthus dabei im Bereich der klassischen Musik, die er aber immer wieder durch moderne z. B. elektrische Klänge erweitert und ergänzt. Sehr zur Freude von Chef-Dirigent Howard Griffiths, dem es sichtlich Spaß macht, die Auftragskomposition zu dirigieren: „Eine Uraufführung ist für uns immer eine Entdeckungsreise. Zuerst kenn man die Einzelstimme und wenn dann alles zusammenkommet – das ist wirklich eine Entdeckung und macht Freude!“

Zwischen Himmel und Hölle

In der Tat haben Luthers Träume á la Siegfried Matthus so ziemlich alles zu bieten, was eine so große Besetzung kann. Das Brandenburger Staatsorchester glänzt mit prächtigen Tutti-Einsätzen genauso wie in den zarten, fast schon intimen Passagen. Der Große Chor der Singakademie Frankfurt schafft es mühelos mal die Hölle mal den Himmel in die Konzerthalle zu zaubern. Und Bassbarton Robert Koller führt mit wunderbar klarer Stimme durch die Traumwelt des Reformators.

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