Der gezeichnete Fall -
Lang sind die Abende in der Justizvollzugsanstalt - Zeit für kollegialen Erfahrungsaustausch: "Man muss die Dinger richtig groß fahren und denn in Serie", meint Björn (24) zu Marcel (33). Der ist versteht zwar nicht so recht, was Björn meint, aber es hört sich toll an. Marcel ist jedenfalls dabei!
Aus den Träumereien hinter verschlossenen Toren wird Realität. Nach der Haft bilden Björn und Marcel mit Björns Freund Patrick ein Bankräuber-Trio! Marcel trägt große Verantwortung: während Björn und Patrick im Fluchtwagen warten, geht er in die Bankfilialen, wedelt mit der Gaspistole und kassiert ab!
Die drei sind eingearbeitete Fachkräfte. Sind sie auf Erkundungstour in ländlicher Gegend, fahren insgesamt 40 Vorstrafen und einige Jahrzehnte Knast mit. Zweimal klappt alles bestens. Sie nehmen mehr als 20.000 Euro ein! Aber das Geld ist schnell weg - für Drogen, einen aufwendigen Lebensstil und Partys im Anschluss an Bundesligaspiele, zu denen die drei mit dicker Brieftasche anreisen.
Als erster ist Marcel wieder in Geldverlegenheit. Da die Projekte der Freunde immer lange Anlaufzeiten brauchen, versucht er es mal mit einer Solonummer: Marcel überfällt einen Frisiersalon – und wird prompt festgenommen! Die Personaldecke im Trio ist um 33 1/3 Prozent reduziert. Wohl oder übel muss jetzt einer von ihnen in den Schalterraum: Patrick!
Überfall Nummer Drei. „Na bitte, geht doch!“ ermuntert ihn Björn. „Und wir müssen jetzt nur noch durch zwei teilen!“ Trotzdem kommen sie mit der eingespielten Summe wieder nicht lange hin. Bei Überfall Nummer Vier ist Patrick von den 50.000 Euro, die da über den Tresen gehen, derart gebannt, dass er beim Einpacken glatt die Pistole aus der Hand legt. Der Bankangestellte nimmt sie vorsorglich an sich.
Natürlich weiß Patrick, dass ihm nicht viel passieren kann; andererseits ist das Bankpersonal jetzt auch nicht mehr so beeindruckt. Also nichts wie raus und weg mit dem Fluchtwagen! Dabei verliert er die Hälfte der Beute. Ein Zeuge, dem das Auto irgendwie bekannt vorkommt, gibt der Polizei einen Hinweis. Mal sehen, wie die drei jetzt die langen Abende ausfüllen.
Da beim Urteil für alle drei noch frühere Überfälle in anderer Besetzung berücksichtigt werden müssen, geht Björn für zehn, Patrick für achteinhalb und Marcel für siebeneinhalb Jahre ins Gefängnis.









