Der gezeichnete Fall - Vater Morgana

Kein schöner Augenblick, als Marcel (28) seiner Freundin in menschlich netter Form klar macht, dass Schluss ist. Yvonne reagiert kühl: „Dass ich im siebenten Monat schwanger bin, das weißt du aber!?“

Diese Eröffnung überrascht wiederum Marcel: Gerade hat er mit seiner Frittenbude eine Insolvenz hingelegt - da kommen Unterhaltsverpflichtungen äußerst ungelegen. „Schwanger? Von wem denn?“ fragt er deshalb distanziert.
Gesund und munter kommt die kleine Celine zur Welt. Marcel schaltet auf stur.
Nach einigem Hin und Her ordnet das Gericht einen Vaterschaftstest an. „Jetzt bin ich dran“, meint Marcel deprimiert zu Ronny, seinem jüngeren Bruder.
„Nicht, wenn ich dich double“, erwidert der, „Vater Morgana – verstehst du? Du wärst doch schön blöd! Stell dir mal vor, Celine studiert – wie lange du da zahlen kannst!“
Ronny malt ihm die nächsten Jahrzehnte in schrecklichen Farben aus. Dagegen ist sein Vorschlag der reine Spaziergang: Ronny geht mit Marcels Ausweis zum Vaterschaftstest, unterschreibt mit dessen Namen und lächelt mit dem gleichen Blick wie sein Bruder beim routinemäßigen Probandenfoto.
„Alles klar“, meldet Ronny sich danach bei Marcel. „Für Celine wird ein Vater blechen, der mehr Kohle hat als du – Vater Staat!“ Die Brüder sind beruhigt.
Wären sie nicht, wenn sie sich etwas eingehender mit den vielfältigen Möglichkeiten der DNA-Technik vertraut gemacht hätten: Im Test ist Ronny als Vater von Celine natürlich aus dem Rennen. Allerdings gibt es in seiner DNA ein paar Punkte, die auf eine gewisse, man kann sagen verwandtschaftliche Nähe zum Kindesvater hinweisen. Der Arzt wird misstrauisch.
Als Ronnys Foto vom Vaterschaftstest bei der Behörde vorliegt, wandert die Angelegenheit erst mal vom Familien- zum Strafgericht. Und nachdem der richtige Kandidat beim Test war, wird klar: Marcel ist Vater zu 99,99999 Prozent.
Absoluter Volltreffer!         
Marcel und Ronny erhalten Geldstrafen. Bei Marcel sind es 150 Tagessätze á 15 Euro. „Ich bin mittellos“, begehrt er auf und erfährt, dass er die Strafe auch abarbeiten kann – sechs Stunden pro Tagessatz!
Ob Bruder Ronny da auch wieder als Double einspringt, ist allerdings fraglich. Der muss 1800 Euro bezahlen.

weitere Themen der Sendung

Überfall (Quelle: rbb)

Überfall an der Ampel – Zufall oder geplant?

Berlin, der 16. September, ein Montag um die Mittagszeit in Berlin-Tempelhof: An der Ampel zum Tempelhofer Damm staut sich wie immer der Verkehr. Wer hier mit dem Auto unterwegs ist, kennt die Situation. Mit einem Überfall rechnet zu dieser Tageszeit aber niemand.

Asphalt-Abzocker

In diesen Wochen sind vor allem im Norden Brandenburgs Betrüger unterwegs, die sich als Baubarbeiter ausgeben – und das nicht ganz zu Unrecht. Dennoch haben ihre Kunden wenig Freude an ihnen.

Zeugen gesucht - Kein Treppenwitz – aber Betrug

Am 28. Oktober begann vor dem Langericht Frankfurt (Oder) der Prozeß gegen einen vorbestraften Betrüger, der so manchen Brandenburger Hausbesitzer um viel Geld geprellt hat. Seine Masche: gegen Vorkasse versprach er den Bau von Treppen oder Carports - die er dann nie lieferte.

Sekundenschnell zugefasst

Michendorf am 26. Juli, mittags in der Saarmunder Straße. Der Paketzusteller ist schon seit ein paar Stunden unterwegs. Hier stellt er sein Fahrzeug kurz ab und liefert ein Paket aus. Diesen Moment nutzt ein Dieb aus.

Fahndung - Wer kennt den Kiosk-Räuber?

Die Polizei in Berlin sucht nach einem bewaffneten Räuber. Er hat am 24. April einen Kiosk in Berlin-Neukölln überfallen und drohte dabei mit einer Schusswaffe.

Der Storkow-Entführer – neue Fotos, neue Fragen

Polizeifotos von Mario K. nach seiner Festnahme am 17. September: sie sollen helfen, die Beweiskette gegen den mutmaßlichen gefährlichen Gewalttäter lückenlos zu machen. Der 46-jährige Berliner schweigt zu den schweren Beschuldigungen.