Der gezeichnete Fall -
Sebastian ist ein forscher Fahrer, mehrfacher Sieger nach Punkten in Flensburg und deshalb seit zehn Jahren den Führerschein los. Doch er weiß - das Auto fährt auch ohne Führerschein.
Eines Tages ist er spät dran und hat es eilig, zu einer Verabredung zu kommen. Da heißt es Prioritäten setzen: statt der Regeln des Straßenverkehrs gilt jetzt das Recht des Stärkeren! Dumm nur für den Radfahrer: weil er von rechts kommt, glaubt er immer noch, er hätte Vorfahrt. Sebastian touchiert sein Hinterrad, und der Mann fliegt durch die Luft.
„Hören Sie, wir können das alles regeln - aber ohne Polizei!“ Der Radfahrer, der ramponiert auf der Straße liegt, hat da aber ganz andere Vorstellungen: „Natürlich rufen wir die Polizei!“ Sebastian zückt sein Handy. Aber nicht um die Polizei zu rufen, sondern seinen Freund Kai:
„Kai, kommst du mal? Ich bin hier ziemlich in Schwierigkeiten…“
Argwöhnisch sieht der Verunfallte zu – und wählt sicherheitshalber selbst die 110.
Kai ist schon am Unfallort und hat mit Sebastian ein richtungweisendes Gespräch geführt, als der Streifenwagen eintrifft. „Ich weiß nicht, wie mir das passieren konnte! Ich habe den Mann nicht gesehen!“ meint Kai. Der Radfahrer traut seinen Ohren nicht.
„Der andere ist doch gefahren. Und zwar allein!“ Kai und Sebastian wechseln besorgte Blicke: „Vielleicht doch eine ernstere Kopfverletzung“, meint Sebastian teilnahmsvoll zu den Polizisten.
„Das wird sich alles rausstellen. Jetzt erst mal Ihre Personalien!“
Kai und Sebastian bleiben noch eine Weile bei ihrer Version. Erst als es vor Gericht geht, wird Kai seine Rolle als Fahrer-Double zu heiß: er lässt Sebastian allein im Regen stehen – besser gesagt am Steuer sitzen.
Für den hartnäckigen Rückfallfahrer gibt’s diesmal eine Freiheitsstrafe mit Bewährung. Hält er die nicht ein, wird er demnächst auch aus dem Fußgängerverkehr gezogen. Das Gericht legte ihm nahe, den Führerschein neu zu machen, verhängte dafür aber noch eine Sperrfrist von einem Jahr. Das Verfahren gegen Kai wurde eingestellt.








